Arzneien und Fahrtüchtigkeit

Manche Medikamente beeinflussen die Fahrtauglichkeit. Bei welchen Arzneien Sie achtsam sein sollten – und wann Autofahren ganz verboten ist.

Frau sitzt im Auto und reibt sich die Augen © Thinkstock
(Hamburg – 06.09.2016) Nehmen Patienten dauerhaft oder übergangsweise Medikamente ein, kann das die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen. Denn unter dem Einfluss bestimmter Arzneimittel wird man schneller benommen, müde oder unaufmerksam. Im Straßenverkehr gefährden Patienten dann sich und andere Verkehrsteilnehmer. Damit es nicht so weit kommt, sollten sich Patienten ausgiebig zur Wirkung ihrer Medikamente beraten lassen. Hier erfahren Sie, welche Arzneimittel die Fahrtauglichkeit vermindern und wann Sie das Auto besser stehen lassen sollten.

Bei Schwindel und Benommenheit nicht ans Steuer

Es gibt zahlreiche Medikamente, die Schwindel und Benommenheit hervorrufen oder die Reaktionsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit vermindern. Insbesondere Arzneimittel, die auf das Herz-Kreislauf-System oder das zentrale Nervensystem wirken, können die Fahrtüchtigkeit negativ beeinflussen. Auch Aufmerksamkeit, Konzentration und sogar die Sehkraft können nachlassen. Allerdings gibt es auch Medikamente, die dauerhaft eingenommen die Fahrtauglichkeit positiv beeinflussen können – zum Beispiel bei Patienten mit Diabetes mellitus.

Vorsicht bei diesen Medikamenten

Die Bandbreite der Arzneimittel, die die Verkehrsfähigkeit beeinflussen, ist lang: Augenarzneimittel und Psychopharmaka zählen ebenso dazu wie Präparate gegen Bluthochdruck oder Blutzucker. Besondere Aufmerksamkeit sollte scheinbar harmlosen Arzneien gelten, die Patienten gern in der Selbstmedikation einsetzen – etwa Erkältungs- oder GrippemittelAntiallergika oder Schmerzmittel. Vorsicht ist auch bei Schlafmitteln geboten, denn sie wirken in den kommenden Tag hinein. Daher sollten Patienten, die Schlafmittel verordnet bekommen, das Thema Fahrtüchtigkeit unbedingt mit dem Arzt oder Apotheker besprechen. Gleiches gilt für die Anwendung starker Schmerzmittel. Wichtig: Nach einer Narkose – auch bei einer ambulanten Operation – gilt innerhalb der ersten 24 Stunden ein generelles Fahrverbot, ebenso nach Augenuntersuchungen mit pupillenerweiternden Mitteln.

Um trotz Medikation sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können, sollten Sie folgende Regeln beachten:
  1. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über das Thema Fahrtüchtigkeit. Dabei sollten Sie ihn über alle – auch die rezeptfreien – Arzneimittel informieren.
  2. Achten Sie auf körperliche Warnzeichen wie Schwindel, Müdigkeit oder Benommenheit.
  3. Halten Sie sich an Dosierung und Einnahmerhythmus, die Ihnen vom Arzt vorgegeben wurden.
  4. Vermeiden Sie unbedingt die Kombination von Arzneimitteln mit Alkohol beziehungsweise alkoholhaltigen Arzneimitteln wie bestimmten Säften oder Tropfen.

Bei manchen Medikamenten gibt es Alternativen

Bei einer ärztlich verordneten Langzeitbehandlung ist es schwierig, Alternativen zu finden, die die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigen. Wer zum Beispiel unter Schlafstörungen leidet, sollte beim Arzt erfragen, ob auch pflanzliche Präparate anstelle von Benzodiazepine verwendet werden können. Generell ist es ratsam, Schlaf- oder Beruhigungsmittel mit einer kurzen Wirkdauer einzusetzen. Auch bei Antiallergika gibt es Alternativen, die weniger müde machen und deshalb von Autofahrern vorgezogen werden sollten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.09.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Apothekerkammer Hamburg: Hände weg vom Fahrzeug: So beeinflussen Medikamente die Fahrtauglichkeit
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung