Was tun bei Gewitter?

Gewitter können schnell und unerwartet aufziehen. Dann ist es wichtig, sich richtig zu verhalten. Diese Regeln sollten Sie und Ihre Kinder kennen.

Aufziehendes Gewitter © Thinkstock
(München – 05.07.2016) Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht irgendwo in Deutschland Gewitter gibt. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, im Lotto sechs richtige Zahlen zu tippen, 20- bis 40-mal höher als die Gefahr, hierzulande von einem Blitz getötet zu werden. Doch das Risiko ist da und wird aufgrund der Klimaerwärmung von Jahr zu Jahr größer. Da eine Gewitterfront sehr schnell und unerwartet aufziehen kann, sollten schon Kinder die Regeln kennen, wie man sich richtig verhält – und zwar schon bevor es blitzt und donnert.

In Haus, Auto, Bahn und Flugzeug ist man weitestgehend geschützt

Pro Jahr sind etwa 800 Menschen in Deutschland direkt durch Blitze betroffen – davon gibt es durchschnittlich rund 130 Verletzte und drei bis sieben Todesfälle. Im Haus, in einem Auto, in der Bahn und auch in einem Flugzeug ist man durch das sogenannte Faraday’sche Schutzphänomen weitgehend geschützt. In Häusern ohne Blitzableiter kann ein Blitz allerdings alle Leitungen für Wasser, Strom, Heizung und Telefon unter Strom setzen. Bei Gewitter sollten solche Leitungen nicht berührt werden. Ziehen Sie Stecker von Elektrogeräten und Antennenstecker von Radio- und Fernsehgeräten am besten rechtzeitig heraus und nehmen Sie auch Computer vom Netz. Auch sollten Sie bei Gewittern nicht duschen oder in die Badewanne steigen und nur Telefone ohne Kabel benutzen.

Diese Regeln sollten Sie kennen

Große Gefahr besteht beim Aufenthalt im Freien – besonders am Rand von Wäldern, im Wasser oder beim Zelten. Um die Gefahr möglichst gering zu halten, sollten Sie und Ihre Kinder bei einem Gewitter unbedingt folgende Verhaltensregeln beherzigen: 
  • Runter vom Fahrrad, raus aus dem Wasser und Schutz in festen Gebäuden suchen. Falls Sie mit einem Boot unterwegs sind: Schnell anlegen und sich mit einem Mindestsicherheitsabstand von 30 Metern vom Ufer entfernt aufhalten.
  • Bleiben Sie nicht im Freien stehen, aber legen Sie sich auch nicht hin. Weg mit dem Regenschirm! Am besten in die Hocke gehen, Kopf einziehen, Arme an die Brust, Füße eng schließen (nicht mit den Knien den Boden berühren). Sind Sie in einer Gruppe unterwegs, sollte jeder einzeln in der Hocke bleiben und keine andere Personen oder Tiere mit den Händen berühren.
  • Halten Sie sich nicht unter einem freistehenden Baum auf – die Baumart spielt dabei keine Rolle. Im Wald am besten in der Mitte zwischen den Bäumen bleiben. Optimal ist ein Abstand von etwa zehn Metern zu Bäumen und Ästen. Schutz besteht auch unter Hochspannungsdrähten – in der Mitte zwischen den Masten.
  • Halten Sie sich nicht auf Hügelkuppen, an Hecken, Waldrändern und Wassergräben auf.
  • Während eines Gewitters sollten Sie vermeiden, Metallgegenstände zu berühren. Sonst könnten Sie durch die sogenannte elektromagnetische Induktion auch dann einen Schlag bekommen, wenn der Blitz ein paar hundert Meter entfernt niedergeht. Zu vermeiden sind auch Metallzäune und Weidezaunanlagen. Drahtseile, nasse Kletterseile und eiserne Leitern im Gebirge sind ebenfalls tabu.
  • Der Aufenthalt in einem Zelt ist bei Gewittern genauso gefährlich wie das Verweilen im Freien. Wohnwagen mit Metallgerüst sind dagegen sicher („Faraday‘scher Käfig“).
  • Auch im geschlossenen Auto mit Metallkarosserie besteht keine Gefahr. Jedoch sollten Sie nicht unter Brücken parken. Zwar ist man unter Stahlbeton oder Stahlbrücken vor einem direkten Blitzeinschlag sicher. Aber auch hier besteht das Risiko einer sogenannten Schrittspanne.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Stiftung Kindergesundheit: Gewitter: Diese Regeln sollte Ihr Kind kennen
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