Gestörter Schlaf

Viele haben gelegentlich oder auch öfter mit Schlafstörungen zu kämpfen. Diese können verschiedenste Ursachen haben. Was alles dahinterstecken kann.

Schlaflose Frau © Thinkstock
(Berlin – 20.04.2016) Schlafstörungen können im Rahmen von psychischen Störungen und Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen auftreten. Sie können aber auch psychische Störungen verstärken oder gar deren Ursache sein und sie auslösen. Begleiterscheinungen und Beschwerden verschiedener körperlicher Erkrankungen können sich in Ruhephasen, beim Zubettgehen oder während der Nacht zeigen und einen erholsamen Schlaf erschweren.

Typische organische Erkrankungen, die in der Regel nur beim Einschlafen oder im Schlaf auftreten, sind etwa das Restless-Legs-Syndrom und das Syndrom der periodischen Beinbewegungen. Beide Erkrankungen können auch gemeinsam vorkommen und führen oft zu Müdigkeit und Schläfrigkeit am Tag. Auch Unausgeglichenheit, Konzentrationsprobleme und Leistungseinbußen können infolge des gestörten Schlafes auftreten.

„Eine Erkrankung, die häufig lange nicht erkannt wird und erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit haben kann, ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Dabei kommt es zu Atemstillständen während des Schlafes. Die Folge ist eine zu geringe Sauerstoffversorgung während der Nacht und gleichzeitig wiederholten, kurzen Weckreaktionen, die die Betroffenen oft nicht wahrnehmen“, erklärt Prof. Thomas Pollmächer von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). „Als Beschwerden des Schlafapnoe-Syndroms treten Müdigkeit auf, aber auch Veränderungen der Stimmung, des Antriebs und der Konzentration, die im Ausmaß einer Depression entsprechen können. Es ist daher grundsätzlich sehr wichtig, bei der Diagnose und der Therapie einer psychischen Erkrankung auch die Möglichkeit einer Schlafstörung in Betracht zu ziehen.“

Ursachen können auch Medikamente und Genussmittel sein

Ein gesunder, erholsamer Schlaf ist nicht nur von der Schlafmenge abhängig, sondern insbesondere auch von der Schlafqualität. Sie sinkt mit der Anzahl der Aufwachreaktionen im Schlaf, wodurch die jeweiligen Schlafphasen unterbrochen werden. „Eine Verschlechterung des Schlafes kann auch Folge der Einnahme oder des Absetzens einer Vielzahl von Medikamenten sein – beispielsweise Betablocker, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzerkrankungen eingesetzt werden“, sagt der Experte.

„Nicht selten sind auch Alkoholkonsum oder Alkoholmissbrauch für Störungen des Schlafes verantwortlich. Bereits ein mäßiger Konsum von Alkohol vor dem Einschlafen kann dazu führen, dass sich die Schlafzeit verkürzt und sich die Qualität des Schlafes verschlechtert“, so Pollmächer. Weitere Störfaktoren, die das Schlafen beeinträchtigen können, sind ein zu voller oder zu leerer Magen, Koffein- oder Nikotingenuss sowie körperlich anregende Tätigkeiten vor dem Zubettgehen.

Günstig auf das Einschlafen wirken sich hingegen Entspannungsverfahren sowie ausreichende körperliche Aktivität am Tag aus. Auch eine gute Schlafhygiene ist wichtig, um im Bett zu Wohlbefinden und Ruhe zu finden. Die Luft im Schlafzimmer sollte frisch und kühl sein – empfehlenswert ist eine Raumtemperatur von 14 bis 18 Grad Celsius.

Wann zum Arzt?

Störungen des Schlafs – insbesondere mit Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit – sollten medizinisch abgeklärt werden. Denn dauerhafter Mangel an gesundem Schlaf kann schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit haben. Schlafstörungen, die länger als drei bis vier Wochen andauern, erfordern eine ausführliche Klärung der Ursachen, die sowohl im Bereich der seelischen als auch im Bereich der körperlichen Gesundheit liegen können“, sagt der Experte. Erster Ansprechpartner sollte zunächst der Hausarzt sein. Er kann körperliche Erkrankungen wie beispielsweise Schilddrüsenstörungen ausschließen oder aber Hinweise auf organisch bedingte Schlafstörungen finden. Da sich psychische Probleme und Schlafstörungen wechselseitig bedingen, ist es für die Behandlung sehr wichtig, den Auslöser zu finden und zu behandeln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): Schlafstörungen können Ursache und Symptom psychischer Erkrankungen sein
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