Natürliche Hilfe für Frauen

Kamille, Frauenmantel, Schafgarbe: Es gibt einige Arzneipflanzen, die – zubereitet als Tee – Frauenleiden wirksam lindern können.

Getrocknete Heilpflanzen in der Hand © Thinkstock
(Düsseldorf – 08.03.2016) Nicht richtig krank, nicht richtig gesund – Schmerzen, aber bitte keine Tabletten: In dieser Situation kann oft ein Heiltee lindernd wirken. Aber was gehört in eine solche Teemischung hinein, welche Heilpflanzen sollte man verwenden – und wie geht man vor, wenn man mehrere Pflanzen in einem Tee mischen will?

Arzneipflanzen bei Frauenleiden

Die Kieler Frauenärztin Dr. Dorothee Struck weiß, welche Arzneipflanzen für die Selbstmedikation als Heiltees geeignet sind:
  • Damianablätter: Damiana fördert die Durchblutung und Entspannung. Diese Heilpflanze sollte nicht bei starker Monatsblutung eingesetzt werden, hilft aber bei schmerzhafter Regelblutung.
  • Frauenmantelkraut: Frauenmantel enthält Gerb- und Bitterstoffe, die gut wirksam sind – unter anderem bei Magen-Darm-Erkrankungen. Die Heilpflanze kann den Körper dabei unterstützen, Blutungen zu mindern, und ist geeignet für Frauen, die auf Stress mit Zwischenblutungen reagieren.
  • Hirtentäschelkraut: Die unscheinbare Pflanze wächst auf jeder trockenen, ungepflegten Wiese. Hirtentäschel ist wirksam und hilfreich bei starker, dunkler Menstruationsblutung. Auch zur Unterstützung der Rückbildung für die Gebärmutter nach Fehlgeburten und Geburten ist Hirtentäschelkraut gut geeignet. Die Pflanze wird immer mit anderen Pflanzen kombiniert.
  • Kamillenblüten: Kamille ist eine hochwirksame Arzneipflanze. Sie wirkt krampflösend und unterstützt den Körper bei der Abwehr von Entzündungen.
  • Melissenkraut: Ihre bekannte, entspannende und entkrampfende Wirkung entfaltet die Melisse bei Menstruationsschmerzen und bei der Rückbildung nach einer Geburt.
  • Pfefferminzblätter: Pfefferminze wirkt entkrampfend und wird mit Erfolg bei Kopfschmerzen eingesetzt, aber auch bei schmerzhafter Regelblutung ist die Heilpflanze wirksam.
  • Schafgarbenkraut: Die Heilpflanze riecht wohltuend und unterstützt die Blutstillung. Das ätherische Öl enthält viel Azulen und fördert die Wundheilung – auch nach Operationen. Wenn Schafgarbe allerdings zu hoch dosiert wird oder der Tee zu lange zieht, wird der Geruch unangenehm – dann kann der Tee die Blutung auch verstärken.

Wirksame Teemischungen

Bestimmte Teemischungen können bei Frauenbeschwerden Linderung bringen:

Bei starker Menstruationsblutung:
  • 30 Gramm Hirtentäschel
  • 30 Gramm Schafgarbe
  • 20 Gramm Gänsefinger
  • 20 Gramm Frauenmantel
Den Tee sollten Sie ein bis zwei Monate lang täglich trinken – danach nur noch bei Bedarf während der Menstruation. Bitte beachten Sie: Während dieser Teekur dürfen keine Blutreinigungs- und Entgiftungstees verwendet werden. Bei starken Blutungen oder auch bei Zwischenblutungen besteht häufig ein Eisenmangel. Wenn das der Fall ist, müssen häufig zusätzlich Eisenpräparate eingenommen werden, damit die Blutungen nicht zur Blutarmut (Anämie) führen.

Bei schmerzhafter Menstruationsblutung:
  • 40 Gramm Damiana
  • 20 Gramm Frauenmantel
  • 20 Gramm Schafgarbe
  • 20 Gramm Melisse, Kamille oder Pfefferminze
Ob Sie Melisse, Kamille oder Pfefferminze verwenden, können Sie ganz nach Ihren Vorlieben entscheiden. Den Tee sollten Sie ein bis zwei Monate lang täglich trinken – danach nur noch bei Bedarf während der Menstruation. Die Terpene, die in Damiana enthalten sind, machen den Tee bitter. Wenn Ihnen das zu unangenehm ist, können Sie den Tee auch mit einer geringeren Damiana-Menge ansetzen – stattdessen können Sie die anderen Bestandteile höher dosieren. Was bei schmerzhafter Monatsblutung außerdem oft hilft: Wärme in Form einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens. Ob darüber hinaus Ruhe oder ganz im Gegenteil Sport die Beschwerden lindert, das ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Bei der Rückbildung nach der Geburt oder für die Zeit nach Operationen:
  • 30 Gramm Hirtentäschel
  • 30 Gramm Schafgarbe
  • 30 Gramm Frauenmantel
  • 10 Gramm Melisse
So sollten Sie den Tee zubereiten: einen gehäuften Teelöffel pro Tasse verwenden, sieben Minuten zugedeckt ziehen lassen und mit Honig süßen, wenn der Geschmack sonst zu unangenehm ist. Davon sollten Sie über zwei bis vier Woche – bis der Wochenfluss völlig aufgehört hat – täglich drei bis vier Tassen trinken. Die Rückbildung nach der Geburt und auch die Abheilung nach einer Fehlgeburt oder einer gynäkologischen Operation brauchen länger als man es oft selbst einschätzt. Es gibt keine Möglichkeiten, diese Zeiten abzukürzen – aber es gibt viele Faktoren, die diese Phase unnötig verlängern können. Dazu gehört, übereilt in den Alltag zurückzukehren und sich zu schnell wieder voll körperlich zu belasten, zu viel Kaffee zu trinken, aber auch Alkohol oder Nikotin zu konsumieren.

Teemischungen ersetzen nicht den Arztbesuch

Die Teemischungen haben jeweils eine Gesamtmenge von 100 Gramm. Sie können sich die Tees in der Apotheke anmischen lassen. Zu Hause sollten Sie diese dunkel und trocken aufbewahren und innerhalb weniger Wochen aufbrauchen. Alle hier aufgeführten Tees werden mit kochendem Wasser aufgegossen und müssen sieben Minuten zugedeckt ziehen, damit die ätherischen Öle nicht verdunsten. Anschließend können sie noch weiter abkühlen, sollten aber zügig getrunken werden, da einige Wirkstoffe abgebaut werden, wenn sie erst einmal in Lösung gegangen sind.

Bitte beachten Sie: Die Teemischungen ersetzen keinesfalls einen Besuch beim Frauenarzt, wenn es sich um ernsthafte und dauerhafte Beschwerden handelt. Bei dauerhaften, schweren Menstruationsschmerzen, einer sehr starken Menstruationsblutung und Schmerzen nach einem gynäkologischen Eingriff oder nach einer Fehlgeburt muss unbedingt der Arzt zurate gezogen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.03.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. und der Frauenärztlichen BundesAkademie GmbH: Kamille, Frauenmantel, Schafgarbe – Tees für die Hausapotheke der Frau
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)