Einseitige Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen treten verstärkt jetzt im Herbst auf. Was die einseitigen Schmerzen im Bereich von Schläfe und Auge lindern kann.

Mann hat Kopfschmerzen © Thinkstock
(Krefeld – 22.10.2015) Der Cluster-Kopfschmerz ist eine anfallartige Form von Kopfschmerzen, die sich als einseitiger intensiver bohrender oder brennender Schmerz im Bereich von Schläfe und Auge äußert. Charakteristisch für die Erkrankung ist, dass die Schmerzen gehäuft und periodisch-wiederkehrend in sogenannten Clustern auftreten. Daran können sich mehrere beschwerdefreie Monate anschließen.

Schätzungsweise 70.000 Menschen sind in Deutschland vom Cluster-Kopfschmerz betroffen - Männer dreimal häufiger als Frauen. Die Patienten sind meist zwischen 30 und 40 Jahren alt, wenn die  Krankheit zum ersten Mal auftritt. Vier von fünf Patienten haben die Clusterattacken seit mehr als 15 Jahren.

Schmerzattacken treten verstärkt im Frühjahr und Herbst auf

Die Kopfschmerzen setzen vermehrt zu bestimmten Tageszeiten – oft nachts – ein und können in den Jahreszeiten Frühjahr oder Herbst verstärkt auftreten. „Gerade jetzt im Herbst leiden die Betroffenen wieder öfter unter den Schmerzattacken. Neben dem ausgeprägten einseitigen Kopfschmerz kommt es typischerweise zu Begleiterscheinungen wie Bindehautrötung, Tränenfluss, einer Schwellung der Nasenschleimhaut, Gesichtsschweiß – auch die Pupillen können sich verengen“, sagt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). „Wer derartige Beschwerden bemerkt, sollte sich unbedingt an einen Nervenarzt wenden, um die Symptome abklären zu lassen. Unbehandelt können die Schmerzattacken einen enorm großen Leidensdruck verursachen.“ Die Symptome dauern unbehandelt zwischen 15 und 180 Minuten an – parallel kann es auch zu Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen.

Auslöser der Kopfschmerzen möglichst meiden

Cluster-Kopfschmerzen können auch durch verschiedene Auslösefaktoren – sogenannte Trigger – stimuliert werden. „Betroffene Patienten sollten möglichst darauf achten, welche Verhaltensweisen, Umweltreize oder auch Nahrungsmittel bei ihnen die Kopfschmerzen zufolge haben. Um den eigenen Erkrankungsverlauf besser verstehen zu können, ist es sinnvoll, hierfür ein Tagebuch zu führen“, rät der Experte. „Bekannte Auslöser für Cluster-Kopfschmerzen sind unter anderem Alkohol sowie Histamin und Calciumantagonisten wie Nitroglyzerin – ein Wirkstoff gegen bestimmte Herzleiden. Manche Betroffene reagieren auf Blendlicht. Bei ihnen kann das zeitweise Tragen von Sonnenschutzgläsern während einer Cluster-Periode vorbeugend wirken.“ Daneben können auch verschiedene Nahrungsmittel und deren Zusätze die Beschwerden auslösen – etwa Kaffee, Nüsse oder Glutamat. Sinnvoll ist darüber hinaus ein genereller Verzicht auf Nikotin.

Herkömmliche Schmerzmittel wenig wirksam

Gängige Schmerzmedikamente und auch Entspannungsübungen, Massagen oder Akupunktur, die bei anderen Kopfschmerzarten gute Erfolge erzielen, sind bei Cluster-Kopfschmerzen wenig wirksam. „Im Akutfall lindert in vielen Fällen die Inhalation von hundertprozentigem Sauerstoff über eine Gesichtsmaske die Beschwerden. Die notwendigen Geräte können verschrieben und über die Krankenkasse bezogen werden. Auch die Injektion des verschreibungspflichtigen Wirkstoffs Sumatriptan kann wirksam Linderung verschaffen. Betroffene können sich das Medikament mithilfe eines Autoinjektors selbstständig unter die Haut spritzen oder über ein Nasenspray oder in Tablettenform zuführen“, erklärt Dr. Bergmann. Für viele Patienten sind die Unterstützung ihrer Angehörigen und Freunde sowie der Austausch mit gleichfalls Betroffenen eine große Hilfe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.10.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte: Cluster-Kopfschmerzen treten im Herbst wieder häufiger auf
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