Rückenschmerz im Schlaf

Falsche Betten, Matratzen oder Lattenroste können Verspannungen im Rücken verursachen. So finden Sie das richtige Bettsystem für Ihren Rücken.

Schlafende Frau © Thinkstock
(Selsingen – 24.09.2015) Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen standen im ersten Halbjahr 2015 an erster Stelle der krankheitsbedingten Fehltage, meldet die DAK in ihrem aktuellen Gesundheitsreport. Viele Menschen holen sich ihre Beschwerden dabei regelrecht im Schlaf: Ungeeignete Betten, Matratzen oder Lattenroste können massive Verspannungen hervorrufen. Wie Sie das passende Bettsystem für einen erholsamen Schlaf und gesunden Rücken finden.

Bei Nacken- und Rückenbeschwerden das Bett überprüfen

Wer langfristig schlecht schläft, fühlt sich morgens oft wie gerädert: Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit leiden, an produktives Arbeiten ist kaum zu denken. Wenn außerdem regelmäßig Verspannungen in Nacken und Rücken auftreten, ist es womöglich an der Zeit, das Bett zu überprüfen. Denn ausgerechnet dieses kann der Grund für all die Probleme sein.

Durchschnittlich ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend – unser Bett sollte daher einen so hohen Stellenwert haben, wie kein anderer Gegenstand in unserem Zuhause. Oft genug ist dies jedoch nicht der Fall: Viele Menschen kaufen das nächstbeste oder das günstigste Bett und -zubehör – oder einfach nur eine neue Matratze. Diese kann ihre wohltuende Wirkung jedoch oftmals nicht entfalten, da der darunterliegende Lattenrost den nächtlichen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.  

Die Bandscheiben, die Tag für Tag natürlicherweise erheblichen Belastungen ausgesetzt sind, können sich nachts dann nicht mehr ausreichend regenerieren, die Muskeln sich nicht entspannen. Das Tückische dabei: Die Folgen werden meist nicht direkt spürbar, sondern manifestieren sich erst im Verlauf der Zeit. Dabei ist es ein deutliches Alarmzeichen für ein unpassendes Bett, wenn man sich morgens verspannt und unausgeruht fühlt oder sogar im Bett nie das Gefühl hat, wirklich bequem zu liegen.

So finden Sie das richtige Bett

Experten sind sich einig: Die klassische Kombination aus Bettgestell, Holzlattenrost und Matratze ist überholt. Doch was ist das Wichtigste bei einem modernen und vor allem rückenfreundlichen Bett? Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) nennt einige wichtige Grundvoraussetzungen:
  • Das Bettsystem sollte als Ganzes betrachtet werden, sodass die einzelnen Komponenten (Unterfederung, Matratze, Kopfkissen) auch zueinander passen.
  • Das Bettsystem sollte individuell auf den Schläfer abgestimmt sein. Das erfordert eine Anpassung an Gewicht und Körperform.
  • Der Mensch braucht Bewegung – auch im Schlaf. Das Bettsystem sollte die nächtlichen Drehbewegungen fördern.
  • Das richtige Bettmaß ist entscheidend: Einzelbetten sollten mindestens einen Meter breit sein, für die Länge gilt die Körpergröße plus 20 Zentimeter.
  • Die Matratze sollte auch das subjektive Liege- und Komfortempfinden des Schläfers zufriedenstellen.
  • Bei Doppelbetten gibt es eine goldene Regel: Jeder Schläfer braucht sein eigenes Bettsystem. Nur so kann man beiden Rücken gerecht werden.

Fünf Tipps für einen guten Schlaf

Das richtige Bettsystem ist der erste und größte Schritt zu einem guten und im wahrsten Sinne des Wortes entspannten Schlaf. Doch Schlafprobleme werden oft von mehreren Faktoren gleichzeitig hervorgerufen. Tipps, was beim Ein- und Durchschlafen helfen kann:

Tipp 1:
Sorgen Sie für ein gesundes Schlafklima. Das bedeutet vor allem, dass die Temperatur im Schlafzimmer nicht zu warm sein sollte – als optimal gelten 16 bis 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte dabei nicht unter 40 und nicht über 60 Prozent liegen. Für die Luftzirkulation ist Stoßlüften vor dem Zubettgehen die beste Maßnahme.

Tipp 2:
Schalten Sie Handys, Tablets und Smartphones aus, bevor Sie schlafen gehen. Wer vor dem Schlafengehen noch im Internet surft, ist abgelenkt und schläft dadurch schwerer ein. Auch die Displaybeleuchtung hat auf viele Menschen einen beunruhigenden Effekt.

Tipp 3:
Wer direkt vor dem Schlafen reichhaltig zu Abend isst, hat mit größerer Wahrscheinlichkeit Probleme beim Einschlafen. Deshalb ist es besser, abends nur etwas Leichtes zu essen oder zumindest ausreichend Zeit zwischen dem Essen und dem Schlafen verstreichen zu lassen.

Tipp 4:
Auch Alkohol kann die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen. Zwar sorgen alkoholische Getränke oft dafür, dass wir schneller einschlafen, doch meist schlafen wir dann unruhiger und wachen nachts öfter auf.

Tipp 5:
Abendliche Bewegung hilft beim Ein- und Durchschlafen. Damit ist aber keine intensive Trainingseinheit gemeint. Stattdessen können ein Spaziergang oder eine kleine Runde mit dem Fahrrad förderlich sein. Die frische Luft entspannt zusätzlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.09.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Aktion Gesunder Rücken: Gesunder Schlaf – gesunder Rücken
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