Zahnverlust durch Rauchen

Eine deutsche Langzeitstudie zeigt: Raucher haben ein höheres Risiko als Nichtraucher, ihre Zähne schon früh zu verlieren.

Frau raucht © Thinkstock
(Potsdam-Rehbrücke – 16.09.2015) Wie eine große Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) zeigt, haben Raucher ein deutlich höheres Risiko als Nichtraucher, ihre Zähne bereits in jungen Jahren zu verlieren. Die gute Nachricht ist: Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, können ihr Risikoniveau bereits nach kurzer Zeit verringern und schließlich auf das einer Person senken, die niemals geraucht hat. „Letzteres kann allerdings über zehn Jahre dauern“, sagt Erstautor Thomas Dietrich von der Universität Birmingham.

20 Prozent aller 65- bis 74-Jährigen leiden an Zahnlosigkeit

Zahnlosigkeit ist weltweit immer noch eines der großen Gesundheitsprobleme, die es zu lösen gilt. In Deutschland sind über 20 Prozent der Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren betroffen. Untersuchungen der vergangenen Jahre weisen darauf hin, dass auch Rauchen das Risiko für einen frühzeitigen Zahnausfall erhöht. Die neuen Ergebnisse der Potsdamer EPIC-Studie, die auf Daten von 23.376 männlichen und weiblichen Studienteilnehmern basieren, untermauern nun diese Befunde.  

Im Vergleich zu Studienteilnehmern, die nie geraucht haben, hatten weibliche Raucher ein bis zu 2,5-fach erhöhtes Risiko, männliche Raucher sogar ein bis zu 3,6-fach erhöhtes Risiko, ihre Zähne vorzeitig zu verlieren – und dies unabhängig von anderen Risikofaktoren wie zum Beispiel Diabetes mellitus. Der Zusammenhang war bei jüngeren Personen stärker ausgeprägt als bei älteren. Zudem beobachteten die Wissenschaftler, dass die ermittelten Risikobeziehungen dosisabhängig waren. Raucher, die mehr als 15 Zigaretten pro Tag konsumierten, hatten ein höheres Risiko als diejenigen, die weniger rauchten.

Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor für Parodontitis

„Man verliert seine Zähne hauptsächlich als Folge von Karies oder Parodontitis. Wir wissen zudem, dass Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren für Parodontitis ist. Daher ist der beobachtete Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahnverlust sicherlich primär durch ein erhöhtes Auftreten der Parodontitis bei Rauchern zu erklären“, sagt Co-Autor Kolade Oluwagbemigun.  

„Zahnfleischentzündungen bei Rauchern lassen sich somit auch als erstes greifbares Warnsignal sehen, das darauf hinweist, dass die Gesundheit durch den Tabakkonsum bereits stark geschädigt ist. Unglücklicherweise maskiert Rauchen Zahnfleischbluten – eines der wenigen Symptome einer Parodontitis. Hierdurch kann das Zahnfleisch bei Rauchern gesünder erscheinen, als es tatsächlich ist. Dies sollten Raucher aber auch Zahnärzte berücksichtigen“, ergänzt Erstautor Dietrich. „Inwieweit Rauchen auch mit einem erhöhten Kariesrisiko assoziiert ist, ist noch nicht endgültig geklärt“, so der Experte.

Nichtrauchen ermöglicht gute Zahngesundheit bis ins Alter

„Auch wenn die genauen Ursachen für den von uns beobachteten Zusammenhang noch nicht geklärt sind, erscheint es aber bereits schon heute mehr als sinnvoll, Menschen davon zu überzeugen, Nichtraucher zu bleiben oder es jetzt zu werden. Rauchen verkürzt die Lebenszeit. Nicht zu rauchen ist gut für Lunge und Gefäße und führt nach unseren Erkenntnissen auch zu einer guten Zahngesundheit bis ins hohe Alter“, sagt Heiner Boeing vom DIfE.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Deutsche Langzeitstudie bestätigt: Raucher verlieren früher ihre Zähne
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