Hausmittel bei Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen müssen es nicht immer gleich Schmerztabletten sein. Auch bewährte Hausmittel können Rückenbeschwerden oft lindern.

Frau hat Rückenschmerzen © Thinkstock
(München – 21.07.2015) Zirka 84 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal im Jahr unter Rückenschmerzen. Das macht diese Erkrankung zu einem der größten Volksleiden unserer Zeit. Glücklicherweise stehen Patienten neueste Diagnostik und innovative Behandlungsmethoden zur Verfügung, die oft schnelle Abhilfe schaffen. Aber auch zu Hause lässt sich bereits gezielt etwas gegen Beschwerden tun. Bewährte Hausmittel gelten als schonende Maßnahmen gegen Schmerzen im Rücken. „Wo Urgroßmütter früher noch ein Katzenfell um die Lenden legten, können weniger brachiale Hausmittel von damals bereits leichte Rückenschmerzen lindern“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga.

Hausmittel 1: Warme oder kalte Packungen

In vielen Fällen verhilft Wärme zu einer Verbesserung von Rückenschmerzsymptomen. So sollen warme Fango-Packungen oder auch Heilerde oder Moor aus der Apotheke Verspannungen lösen, indem sie wohlige Wärme im Rückenbereich verschaffen. Auch ein Umschlag mit heißen Pellkartoffeln gilt als wohltuend bei Rückenschmerzen. Hierfür einfach Kartoffeln kochen, zu einem Brei stampfen und in ein Küchentuch wickeln.

Im Fall eines Hexenschusses oder bei starken Verspannungen kann ein sogenannter temperaturansteigender Lumbalguss nach Kneipp helfen. Richten Sie hierzu – auf dem Badewannenrand oder auf einem Hocker in der Dusche sitzend – einen Wasserstrahl auf die untere Lendenwirbelsäule. Steigern Sie die Temperatur langsam von 34 Grad je nach Verträglichkeit auf etwa 43 Grad. Diese Anwendung eignet sich jedoch nicht für jedes Rückenproblem und Betroffene sollten unbedingt vorab mit dem behandelnden Arzt sprechen.

„Speziell bei Entzündungen kann auch eine Anwendung mit Kälte hilfreich sein. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung an den Nervenenden blockiert und die Entzündungsreaktion eingeschränkt“, erklärt Dr. Schneiderhan. „Zum Beispiel empfinden viele Betroffene eine kühle Quark- oder Moorpackung auf der schmerzenden Stelle als angenehm.“

Hausmittel 2: Starke Pflanzenstoffe

Sobald sich Rückenschmerzen ankündigen, kann auch ein 37 Grad heißes Vollbad mit Zusätzen von Melisse, Lavendelblüten, Salbei, Rosmarin oder Thymian Linderung verschaffen. „Diese Kräuter fördern vor allem die Durchblutung und lockern die verkrampfte Rückenmuskulatur auf. Zusätzlich wirken sie beruhigend bei stressbedingten Verspannungen“, sagt der Experte. Nach 15 bis 20 Minuten sollte der Betroffene warm ruhen.

Seit Jahrzehnten beliebt ist auch der Franzbranntwein mit unterschiedlichen Kräutern wie Zeder, Kiefer, Arnika, Eukalyptus, Menthol und Campher. Massieren Sie ihn an der betroffenen Stelle sanft in die Haut – so hilft er, die verspannte Muskulatur zu lösen. Immer öfter setzen Betroffene auf Leinenkissen mit einer Füllung aus Kirschkernen, Dinkel, Roggen oder auch Hirse. Erwärmt im Backofen oder in der Mikrowelle, wirken diese Kissen auf die jeweiligen Körperregionen sanft schmerzlindernd und entlastend. Auch ein über Dampf erhitzter Heublumensack zur Schmerzlinderung, Beruhigung und Entspannung bei verkrampfter Muskulatur lindert an betroffenen Stellen mit anschließender halbstündiger Bettruhe die Beschwerden.

Hausmittel 3: Bewegung

Bei Rückenschmerzen gilt Bewegung als wichtiger Baustein zur Besserung der Beschwerden. Oft hilft eine leichte zirka zehnminütige Rückengymnastik. Gezielte Übungen – beispielsweise in Rückenlage – empfinden viele Betroffene als hilfreich. Legen Sie hierbei die Beine auf einem Stuhl ab, heben Sie den Kopf und die Schultern vom Boden ab und heben Sie die Arme seitlich vom Körper an. Schieben Sie dann in der Vorwärtsbewegung bei gestreckten Armen die Hände an den Beinen vorbei. Dabei zeigen die Handrücken in Richtung des Kopfes. Machen Sie zehn bis 15 Wiederholungen.  

„Neben täglichem Bewegungstraining gelten regelmäßige Sport- und Entspannungstechniken wie Yoga, Pilates, Feldenkrais oder Shiatsu als wertvoll für die Muskulatur und das allgemeine Wohlbefinden“, sagt Dr. Schneiderhan. Weiterhin zählen – je nach Indikation – Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking zu hilfreichen Trainingsmöglichkeiten für einen gesunden Rücken. Lassen die Beschwerden jedoch nach einigen Tagen nicht nach oder nehmen sie sogar noch zu, sollten Sie zum Arzt gehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.07.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Wirbelsäulenliga: Sanfte Helfer aus Omas Küche: Bewährte Hausmittel bei Rückenbeschwerden
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