Körper vor Hitze schützen

Das Wochenende wird heiß, sehr heiß – und das macht unserem Körper ganz schön zu schaffen. Wie Sie bei Hitze Gesundheitsrisiken reduzieren.

Frau mit Sonnenhut © Thinkstock
(Köln – 02.07.2015) In ganz Deutschland steigen die Temperaturen gerade immer weiter an – am Samstag und Sonntag erwarten die Meteorologen vereinzelt 39 Grad. Doch bei aller Freude über den Sommer: Eine Hitzewelle kann eine echte Belastung für Körper und Kreislauf sein. Wir haben Tipps für Sie, wie Sie Gesundheitsrisiken durch Hitze weitgehend vermeiden können.

Hält sich das Thermometer über einen längeren Zeitraum in schwindelnder Höhe, klagen viele Menschen über gesundheitliche Beschwerden. „Eine einheitliche Definition von Hitzewelle gibt es zwar nicht“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Experten verstehen darunter aber im Allgemeinen eine länger andauernde Phase mit extremer Hitzebelastung. Das kann eine echte Gefährdung für die menschliche Gesundheit sein.“

Es ist vor allem die Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung, lange andauernder hoher Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit sowie geringer Windbewegung, die dem Körper zu schaffen macht. Bei Hitze produziert er mehr Schweiß. Dieser verdunstet auf der Hautoberfläche und hilft so, die Körpertemperatur stabil zu halten. Bei zu großer Hitze kann es zu Störungen bei der Wärmeregulation kommen. Dann drohen körperliche Folgen: Sie reichen von bloßen Erschöpfungszuständen über einen Sonnenstich bis hin zu Hitzekollaps, Hitzekrämpfen oder einem Hitzschlag. „Gesunde Menschen müssen bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr in der Regel jedoch kein erhöhtes Risiko für ihre Gesundheit befürchten“, beruhigt der Experte.

Besonders ältere Menschen und Babys sind gefährdet

Dagegen kann extreme Hitze für Personen mit Durchblutungsstörungen, Säuglinge, Kleinkinder und Senioren wirklich gefährlich sein. Bei älteren Menschen ist die Regulierung der Körpertemperatur generell verlangsamt. Zusätzlich lässt ihr Durstgefühl nach. Ungeeignete Kleidung und Flüssigkeitsmangel – womöglich noch in Kombination mit körperlicher Anstrengung – verstärken die Hitzebelastung zusätzlich. Denn: Wird dem Körper bei Hitze nicht ausreichend Flüssigkeit zugeführt, verliert er wichtige Minerale und Salze. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Körper austrocknet.

Bitte beachten Sie: Auch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Schilddrüsenhormonpräparate kann einen Einfluss auf die Thermoregulation des Körpers haben und so Hitzeschäden begünstigen. „Typische Anzeichen von Hitzebeschwerden können starkes Schwitzen, Rötung des Gesichts, Erschöpfung, Kreislaufschwäche, Übelkeit, Benommenheit, aber auch Kopfschmerzen und Schwindelgefühl sein“, so Reuter.

Verschiedene Hitzeschäden: Sonnenstich, Hitzschlag, Hitzeerschöpfung

Sonnenstich, Hitzschlag oder Hitzeerschöpfung sind ernst zu nehmende Hitzebeschwerden mit unterschiedlicher Ursache. Ein langer Aufenthalt in der Sonne kann einen Sonnenstich zur Folge haben: Dabei entzündet sich die Hirnhaut und das Hirngewebe schwillt an. Betroffene klagen meist über starke Kopf- und Nackenschmerzen. Aber auch Übelkeit, Schwindel und Erbrechen können auftreten. „Bei einem Hitzschlag schafft es der Körper nicht mehr, sich über die Verdunstung des Schweißes ausreichend abzukühlen. Die Folge: Steigende Körpertemperatur und sich rötende, heiße Haut“, erklärt der Experte. Unter Umständen trübt sich bei Betroffenen das Bewusstsein – sie sind dann nicht mehr ansprechbar. Im äußersten Fall werden sie sogar bewusstlos.

Bei einer Hitzeerschöpfung wiederum fühlt sich die Haut kalt an. Dazu kommen starkes Schwitzen und ein absackender Blutdruck. Wichtig ist in jedem Fall, Personen mit Hitzeschäden rasch an einen kühlen, schattigen Ort zu bringen. Kühle und feuchte Umschläge lindern ihre Beschwerden. Bei heftigen oder anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Notarzt verständigt werden.

Hitzeschäden vermeiden

„Das A und O bei großer Hitze ist, bereits im Vorfeld darauf zu achten, eine Dehydrierung des Körpers zu vermeiden. An heißen Tagen dürfen es schon drei bis vier Liter Flüssigkeit am Tag sein“, sagt Reuter. Am besten sind Wasser, verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte sowie ungesüßte Tees, die man auch gut kalt genießen kann. Auf Alkohol sollten Sie dagegen lieber verzichten. Denn: „Alkoholische Getränke erweitern die Gefäße und entwässern den Körper zusätzlich“, warnt Reuter.

Ebenso wichtig ist es, helle, leichte und locker sitzende Kleidung aus Naturfasern zu tragen. Sie vermeiden einen gefährlichen Hitzestau im Körper. Wer sich lange draußen aufhält, sollte außerdem eine Kopfbedeckung tragen und eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Und: „Vermeiden Sie bei einer Hitzeperiode Überanstrengung durch schwere körperliche Arbeit oder Sport. Besser das Fitnessprogramm auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen“, empfiehlt der Experte.

Es hilft auch, die Wohnung morgens und abends gründlich zu lüften und sonst die Rollläden geschlossen zu halten, um die Hitze auszusperren. Übrigens: Für eine schnelle Abkühlung zwischendurch können Sie kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen oder – wenn möglich – ein kaltes Unterarm- oder Fußbad nehmen. Das erfrischt und kurbelt den Kreislauf wieder an.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.07.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Hitzewelle: Wie schütze ich meinen Körper
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