Unfälle am Grill

Kommt es bei einem Grillunfall zu Verbrennungen an Gesicht oder Händen, sollte der Verletzte sofort in ein Brandzentrum gebracht werden.

Mann am Grill © Thinkstock
(Berlin – 18.06.2015) Der Sommer ist da und die Grillsaison steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Doch Grillen macht nicht nur Spaß, es birgt auch Gefahren. Grillunfälle zählen zu den häufigsten Auslösern für großflächige Verbrennungen. In etwa 500 Fällen jährlich endet das sommerliche Vergnügen auf der Intensivstation eines Krankenhauses. „Dank einer hoch entwickelten Verbrennungsmedizin und spezialisierter Behandlungszentren überleben immer mehr Patienten ihre schweren Verletzungen“, erläutert Prof. Dr. Peter M. Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Erwachsene erleiden oft Verbrennungen, Kinder Verbrühungen

Etwa 1.200 bis 1.600 Menschen erleiden jährlich in Deutschland schwere hitzebedingte Schädigungen der Haut. Bei Erwachsenen sind Verbrennungen durch Flammen am häufigsten, bei Kindern Verbrühungen. „Die großflächige und tiefe Zerstörung der schützenden Hautbarriere gehört zu den schwersten Verletzungen überhaupt“, erklärt Vogt. Sind mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche betroffen, Gesicht und Hände oder Hautbereiche über großen Gelenken, muss die Behandlung in einem der bundesweit 38 Brandverletztenzentren erfolgen.

Entscheidende Rolle spielt die Wiederherstellung der Haut

Selbst schwerste Unfälle überstehen immer mehr Betroffene hierzulande dank eines professionellen intensivmedizinischen Managements des Verbrennungsschocks. „Dadurch geht das Augenmerk in der Behandlung immer stärker auf die Überlebensqualität danach“, so der Experte. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Wiederherstellung der Haut. Denn ohne Haut fehlt dem Körper jeder Schutz vor Infekten. Hinzu kommt ein teils großer Wasserverlust des Körpers – Opfern schwerer Brandunfälle droht Organversagen. Deshalb ersetzen Chirurgen abgestorbenes Hautgewebe möglichst früh. Im Labor lässt sich Haut heute immer erfolgreicher nachzüchten. „Auf diese Weise gelingt es uns, die einst häufigen Amputationen von verbrannten Armen oder Beinen zu vermeiden“, sagt Vogt.

Glättung von Narben durch „Medical Needling“

Bleibende Folgen von Brandunfällen sind Narben. Um sie zu glätten, arbeiten Chirurgen in Verbrennungszentren zunehmend mit dem „Medical Needling“. Dabei fährt der Chirurg mit einer nadelbesetzten Rolle über die betroffene Haut. „Die Mikrowunden in der Lederhaut regen die Hautzellen an, neues Kollagen zu bilden, was die Haut sichtbar glättet“, erklärt der Experte.

So vermeiden Sie Grillunfälle

Trotz hoch entwickelter Verbrennungschirurgie ist der beste Schutz vor Verbrennungen jedoch immer noch, Grillunfällen vorzubeugen. Grillhandschuhe und -zange schützen vor heißen Fettspritzern. Der Grill muss sicher, fest und frei stehen. Das Feuer sollte nur mit sicherheitsgeprüften Grillanzündern entfacht werden. Benzin oder Spiritus sind als Anzünder tabu, denn ihr Dampf erzeugt brandgefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Unfälle am Grill: Mit Verbrennungen an Gesicht oder Händen sofort ins Brandzentrum
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