Früherkennung rettet Leber

Tausende Deutsche warten auf eine Organspende – viele davon auf eine neue Leber. Früherkennung kann vermeiden, dass es überhaupt so weit kommt.

Frau in OP © Thinkstock
(Hannover – 05.06.2015) Tausende Menschen warten in Deutschland jedes Jahr darauf, durch eine Organspende die Chance auf ein neues Leben zu bekommen. 2014 hofften rund 1.300 Menschen in Deutschland auf eine neue Leber. Die Deutsche Leberstiftung empfiehlt anlässlich des Tags der Organspende am 6. Juni, die Gesundheit des Organs kontrollieren zu lassen, um Erkrankungen frühzeitig erkennen und irreparable Schäden vermeiden zu können.

Im Jahr 2014 über 770 Lebern transplantiert

Im vergangenen Jahr wurden über 770 Patienten eine neue Leber transplantiert, weil deren eigene durch Vergiftung, Infektion, Autoimmunerkrankung oder Stoffwechselstörung dauerhaft geschädigt war. „Im Idealfall wird eine Lebertransplantation gar nicht erst nötig für einen Patienten“ sagt Prof. Dr. Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Viele Erkrankungen können behandelt und so eine Lebertransplantation vermieden werden.“ Durch regelmäßige Kontrollen der Leberwerte beim Hausarzt lassen sich Erkrankungen frühzeitig erkennen und damit behandeln.  

Die Zahl der Organtransplantationen ist, wie in den Vorjahren, rückläufig: Während die Zahl der benötigten Organe steigt, sinkt die Anzahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane. Die Stiftung Eurotransplant teilt Spenderorgane Patienten in acht europäischen Ländern zu. Ihren Erhebungen zufolge ist die Leber derzeit auf Platz drei der am häufigsten für Organspenden benötigten Organe in Deutschland – nach Herz und Nieren.

Die Leber leidet stumm

Schädigungen der Leber durch Alkohol oder Medikamente sowie Übergewicht sind Risiken, die oft durch einen gesunden Lebensstil, fettarme Ernährung und regelmäßige Bewegung minimiert werden können. Andere Erkrankungen der Leber wie Infektionen mit den Hepatitisviren B oder C, Stoffwechselstörungen oder Autoimmunerkrankungen verlaufen oft unbemerkt, denn sie verursachen kaum Beschwerden. Kontrollen helfen, diese Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Schon eine routinemäßige Blutuntersuchung beim Hausarzt deckt etwaige Unregelmäßigkeiten der Leberenzyme (Gamma-GT, GOT, GPT), Cholesterin- und Eiweißwerte auf und ermöglicht die rechtzeitige Behandlung.  

Die Leber spielt eine zentrale Rolle im gesamten Stoffwechsel. Sie entgiftet nicht nur das Blut, sondern nimmt auch eine zentrale Rolle im Stoffwechsel ein. Sie verwertet und speichert wichtige Nährstoffe und stellt lebenswichtige Eiweiße – zum Beispiel sogenannte Blutgerinnungsfaktoren – her. Ist die Leber nachhaltig geschädigt, kann nur eine neue Leber das Leben des Patienten retten. Durch den heutigen Stand der Wissenschaft haben Empfänger einer Spenderleber gute Überlebenschancen: Wirkt der Patient aktiv an seiner Genesung mit, kann er laut Bundesamt für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz von einer Lebenserwartung ausgehen, die der eines gesunden Menschen gleicht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung: Früherkennung kann Transplantation vermeiden
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