Achtung, Sturzgefahr!

Bei Schnee und Glatteis haben Stürze Hochsaison – und schnell ist ein Bruch passiert. Wie Sie Stürzen im Winter vorbeugen können.

Schuhe mit Profil © Thinkstock
(Berlin – 21.11.2014) Noch sind wir vom großen Wintereinbruch verschont geblieben – doch es kann jederzeit so weit sein. Orthopäden und Unfallchirurgen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) raten deshalb, rechtzeitig auf Schuhe mit tiefem Profil umzusteigen, um auch bei Schnee und Glatteis trittsicher unterwegs zu sein. Älteren Leuten mit Gangunsicherheit raten die Experten, bei einsetzender Glätte möglichst zu Hause zu bleiben und geben Tipps, wie man sich in der kalten Jahreszeit umorganisieren sollte.

Handgelenkbruch der häufigste Knochenbruch im Winter

Die distale Radiusfraktur – im Volksmund „Handgelenkbruch“ genannt – ist im Winter mit Abstand der häufigste Knochenbruch, den Orthopäden und Unfallchirurgen über alle Altersgruppen hinweg versorgen müssen. Dabei kommt es zum Bruch des handgelenknahen Bereichs der Speiche, die zu einem der zwei Knochen des Unterarms gehört. „Die betroffenen Patienten stützen sich im Moment des Ausrutschens meist reflexartig mit einem Arm ab, um den Kopf vor einem Aufprall zu bewahren. Die Hand fängt dabei die Körperlast auf. Die fortgeleitete Energie führt zum Bruch der benachbarten Speiche im Bereich des Handgelenkes“, erklärt Prof. Michael Schädel-Höpfner von der DGOU. Er arbeitet als Chefarzt und Handspezialist am Lukaskrankenhaus in Neuss.  

Neben der distalen Radiusfraktur kommt es häufig zu Oberarmkopfbrüchen und hüftgelenknahen Oberschenkelbrüchen, aber auch zu Wirbelkörperbrüchen. Davon betroffen sind vor allem ältere Menschen. „Die Reflexe funktionieren nicht mehr so gut mit der Folge, dass die Betroffenen oftmals ungebremst auf die Seite stürzen“, so Schädel-Höpfner. Dazu kommt, dass im Alter durch Osteoporose die Knochenfestigkeit abnimmt und das Risiko für einen Knochenbruch erheblich steigt. Bei den hüftgelenknahen Brüchen des Oberschenkels, auch Schenkelhalsbruch genannt, muss oft ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden. Eine vollständige Genesung und die soziale Eingliederung in das gewohnte Umfeld ist dabei meist eine große Herausforderung.

Tipps, wie Sie Stürzen im Winter vorbeugen können

Tipp 1: Tragen Sie im Winter konsequent nur Schuhe mit Profil. Wer im Job auf elegante Schuhe mit rutschiger Sohle angewiesen ist, sollte auf diese Schuhe erst im Büro umsteigen und für den Arbeitsweg Schuhe mit Winterprofil tragen.

Tipp 2: Für gangunsichere ältere Menschen gilt: keine unnötigen Gefahren eingehen und bei Glätte möglichst zu Hause bleiben. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auf Bewegung, frische Luft und ihr soziales Umfeld verzichten sollen. Schon jetzt sollten sich ältere Menschen eine Person organisieren, mit der sie im Winter in Begleitung an die frische Luft kommen. Auch für die Dinge des täglichen Lebens wie Lebensmittel sollte für den Notfall eine Einkaufshilfe zur Verfügung stehen.

Tipp 3: Menschen, die einen Gehstock benutzen, können sich auf Rezept einen Gehstockspike besorgen. Dieser hilft, neben dem richtigen Schuhwerk, sich sicherer fortzubewegen.

Tipp 4: Durch Schuhspikes lässt sich auch normales Schuhwerk wintertauglich machen. Die Schuhspikes, auch als Anti-Rutsch-Sohle bezeichnet, lassen sich schnell und unkompliziert am Schuh befestigen und schützen so vor dem Ausrutschen.

Tipp 5: Auf das Fahrradfahren sollten Sie im Winter lieber verzichten. Es birgt bei Schnee und Glätte eine hohe Unfallgefahr, da die Räder beim Bremsen extrem schnell zur Seite wegrutschen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: Sturzgefahr bei Schnee und Glatteis: Auch an den Reifenwechsel für die Füße denken!
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