Ständig Druck auf dem Ohr

Ist der Druckausgleich im Ohr gestört, empfinden Betroffene ein unangenehmes Druckgefühl. Welche Ursachen das hat und was dagegen hilft.

Frau hat Ohrenschmerzen © Thinkstock
(Neumünster – 12.11.2014) Ein unangenehmes Druckgefühl in den Ohren, das sich weder durch Schlucken, noch durch Gähnen oder Zuhalten der Nase ausgleichen lässt, kann die Folge einer Belüftungsstörung der Ohrtrompete sein. „Als Ohrtrompete oder Eustachische Röhre beziehungsweise Tuba Eustachii wird der kleine Gang zwischen Mittelohr und Rachenraum bezeichnet. Die Tuba Eustachii ist auch maßgeblich an der Schallübertragung beteiligt, weswegen sie auch Tuba auditiva genannt wird. Hier befinden sich die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel.

Zum Druckausgleich und zur regelmäßigen Belüftung wird sie normalerweise zum Beispiel während des Schluckvorgangs kurz geöffnet. Ist jedoch der ‚Belüftungsmechanismus‘ gestört, verbleibt ein dauerhafter Ohrendruck. Betroffene sollten die Ursache bei einem HNO-Facharzt abklären lassen“ empfiehlt Prof. Leif-Erik Walther vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Eine permanente Tubenfunktionsstörung ist nicht nur unangenehm, sie kann auch zu Hörstörungen mit kommunikativer Beeinträchtigung führen. Sie behindert darüber hinaus die Selbstreinigung des Mittelohres, wodurch Krankheitserreger besser eindringen und sich vermehren können. „Das kann zu einer chronischen Mittelohrentzündung, zu Ohrgeräuschen oder schlimmstenfalls zur Zerstörung von Strukturen im Mittelohr führen“, warnt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Ballondilatation macht Ohrtrompete frei

Ein funktioneller Tubenverschluss ist heute in den meisten Fällen gut behandelbar. „Reichen konservative Maßnahmen wie Druckausgleich-Übungen und Nasenspülungen nicht aus, können mit einer Ballondilatation der Eustachischen Röhre – einem modernen Verfahren – gute Behandlungsergebnisse erzielt werden. Dabei bessert sich nicht nur der Ohrdruck, sondern auch das Hörvermögen normalisiert sich in vielen Fällen. Hierbei wird die Engstelle in der Ohrtrompete in einer kurzen Narkose mithilfe eines Katheters gedehnt. Einige HNO-Ärzte führen den kleinen, minimalinvasiven Eingriff bereits belegärztlich durch. Viele spezialisierte HNO-Kliniken verfügen über eine umfangreiche Erfahrungen mit dieser Methode. Die Erfolgschancen sind gut, die Risiken und Komplikationen sehr gering. Das ist die Besonderheit dieses Verfahrens“, erklärt der Experte.

Der Erfolg der Behandlung zeigt sich meist nicht direkt nach der Ballondilatation, weil die Ohrtrompete in der Regel noch etwas angeschwollen ist. „Die Patienten müssen etwas Geduld haben. Eine deutliche Besserung der Beschwerden erleben sie erfahrungsgemäß erst nach einigen Wochen“, so Walther.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte (www.hno-aerzte-im-netz.de): Ständiger Ohrdruck? Gestörten Druckausgleich vom HNO-Arzt abklären lassen
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