Einseitiger Kopfschmerz

Besonders häufig treten sie im Herbst auf – die sogenannten Cluster-Kopfschmerzen. Wie sie behandelt werden und wie man vorbeugen kann.

Frau hat Kopfschmerzen © Thinkstock
(Krefeld – 04.11.2014) Er tritt stets einseitig im Bereich von Schläfe und Auge auf, ist bohrend oder brennend und ziemlich heftig: der Cluster-Kopfschmerz. Charakteristisch für diesen Kopfschmerz ist ein periodisch gehäuftes Auftreten in – wie der Name schon sagt – sogenannten Clustern. Das sind Phasen, in denen die Attacken gehäuft auftreten, unterbrochen von schmerzfreien Phasen. In Deutschland leiden etwa 70.000 Menschen unter Cluster‐Kopfschmerzen. Männer sind dabei etwas häufiger betroffen als Frauen. Der Kopfschmerz beginnt meist mit 28 bis 30 Jahren, kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten.

Attacken können unbehandelt bis zu drei Stunden dauern

„Bei Menschen, die unter Cluster‐Kopfschmerzen leiden, kann es im Herbst vermehrt zu Beschwerden kommen. Dabei kommt es zu einseitigen sehr starken Attacken von Kopf‐ und Gesichtsschmerzen, die unbehandelt zwischen 15 Minuten und drei Stunden dauern. Der Hauptschmerz liegt im Bereich hinter den Augen und in der Stirn‐ und Schläfenregion. Die Schmerzanfälle treten oft mehrmals täglich auch aus dem Schlaf heraus auf“, erklärt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BDN).  

„Weitere Begleiterscheinungen, die dann nur auf der schmerzenden Kopfseite auftreten, sind eine gerötete Bindehaut, vermehrter Tränenfluss, eine laufende oder verstopfte Nase sowie Schwitzen im Bereich des Gesichtes. Auch Übelkeit, Licht‐ und Geräuschempfindlichkeit kommen häufiger vor“, so der Experte. Nach Phasen mit Beschwerden können sich bei einem Teil der Betroffenen dann für Monate beschwerdefreie Intervalle anschließen. Während der Zeiträume mit Schmerzattacken kann die Erkrankung jedoch einen großen Leidensdruck verursachen, wenn sie unbehandelt bleibt.

Von Selbstmedikation ist abzuraten

Häufiger auftretende und starke Kopfschmerzen sollten stets neurologisch abgeklärt werden, damit eine wirksame Therapie erfolgen kann. Von einer Selbstmedikation ist allgemein abzuraten, da unterschiedliche Schmerzerkrankungen auch individuell behandelt werden müssen. „Bei Cluster‐Kopfschmerzen sind herkömmliche Schmerzmittel wenig effektiv. Auch Entspannungsübungen oder Akupunktur, die beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen wirksam sind, helfen bei Cluster‐Kopfschmerzen nicht weiter“, sagt Bergmann. „Bei akuten Cluster‐Kopfschmerzen kann die Inhalation von Sauerstoff Abhilfe schaffen. Die notwendigen Geräte lassen sich über die Krankenkasse beziehen. Darüber hinaus kann der verschreibungspflichtige Wirkstoff Sumatripan sehr wirksam Linderung verschaffen.“ Auch eine Vorbeugung von Cluster‐Kopfschmerzen ist mit Medikamenten möglich.

Meiden von Triggern kann Cluster‐Kopfschmerzen vorbeugen

Neben den Zwischenjahreszeiten können auch andere Reize diese speziellen Kopfschmerzen auslösen. „Menschen, die unter Cluster‐Kopfschmerz leiden, können die Häufigkeit von Attacken verringern, wenn sie darauf achten, wodurch die Beschwerden möglicherweise ausgelöst werden. Ursachen können bestimmte Nahrungsmittel, Verhaltensweisen oder auch Umweltreize sein. Sie sollten dann – soweit möglich – vermieden werden“, rät der Neurologe.  

Um diese sogenannten Trigger zu identifizieren, kann es sinnvoll sein, ein Tagebuch zu führen. Häufige Auslöser für Beschwerden sind bestimmte Lebensmittel oder dessen Zusätze wie Natriumglutamat, Kalium‐ oder Natriumnitrit, Käse, Tomaten, Zitrusfrüchte oder Alkohol. Auch Hitze, Flackerlicht, Gerüche sowie starke Emotionen können die Beschwerden auslösen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (www.neurologen-im-netz.org): Cluster-Kopfschmerzen häufiger im Herbst
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung