Hilft Beckenbodentraining?

Ärzte empfehlen es Frauen oft bei Inkontinenz: Beckenbodentraining. Doch nützt es wirklich etwas? Diese Frage beantwortet jetzt eine aktuelle Studie.

Frau sitzt auf Gymnastikball © Thinkstock
(Seeheim-Jugenheim – 11.09.2014) Hält Beckenbodentraining wirklich, was Ärzte und Therapeuten Frauen mit Blasenschwäche (Inkontinenz) immer wieder versprechen – eine deutliche Besserung der Beschwerden? Eine aktuelle Studie aus Kanada beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja.

Mit Training schätzten sich deutlich mehr Frauen als geheilt ein

Forscher der University of Montreal haben – wie die „Ärzte Zeitung“ berichtet – die Ergebnisse von 18 Studien analysiert, an denen insgesamt 1051 Frauen mit Belastungs-, Drang- oder Mischinkontinenz teilgenommen haben. 541 dieser Frauen waren Teilnehmer eines angeleiteten Beckenbodentrainings. 510 Frauen waren Kontrollgruppen zugeteilt, die entweder keine Therapie, Placebo-Präparate oder eine Scheinbehandlung bekamen.

In sechs der Studien sollte ermittelt werden, wie viele Frauen sich als geheilt einschätzten: Bei Frauen, die ihren Beckenboden trainiert hatten, war dies deutlich öfter der Fall. In vier Studien hatten ausschließlich Frauen mit Belastungsinkontinenz teilgenommen. Hier fühlten sich 56 Prozent der trainierten Frauen geheilt, in den Kontrollgruppen waren es nur sechs Prozent. Demnach fühlten sich achtmal mehr Frauen von dem Leiden geheilt als ohne eine Behandlung durch angeleitetes Beckenbodentraining. Auch nach unangenehmen Nebeneffekten des Beckenbodentrainings wurde geforscht – jedoch wurden keine gefunden.

So funktioniert das Beckenbodentraining

Beckenbodentraining hat in den ärztlichen Leitlinien zur Therapie von Belastungsinkontinenz den höchsten Empfehlungsgrad erreicht. Dies und die aktuelle Studie sollten betroffene Frauen zum Anlass nehmen, mit dem Training zu beginnen, rät das Infozentrum Inkontinenz. Und so funktioniert es: die Beckenbodenmuskeln so stark wie möglich zusammenziehen, die Anspannung fünf Sekunden lang halten, dann wieder zehn Sekunden locker lassen. Dabei dürfen Po, Bauch und Schenkel nicht mit angespannt werden. Die ganze Übung mehrfach täglich wiederholen – und zwar immer zehnmal hintereinander:  anspannen, halten, entspannen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.09.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Infozentrums Inkontinenz: Beckenbodentraining: Und es hilft doch!
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