Hitze begünstigt Steine

In den heißen Sommermonaten ist das Risiko besonders groß, Harnsteine zu bekommen. Wie Sie dem entgegenwirken können.

Mann trinkt Wasser © Thinkstock
(Hamburg – 11.08.2014) Mit steigenden Temperaturen nimmt jeden Sommer die Zahl der Harnsteinerkrankungen drastisch zu: Hitze, verstärktes Schwitzen und unzureichendes Trinken begünstigen die Harnsteinbildung. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) raten deshalb, an heißen Sommertagen auf eine deutlich erhöhte Trinkmenge zu achten. Das gelte besonders für Patienten, die schon einmal Harnsteine hatten – denn das Risiko, einen weiteren Stein zu entwickeln, verdoppelt sich mit jedem Steinereignis.

Jeder Zwanzigste betroffen – Tendenz steigend

Harnsteine kommen sehr häufig vor. Fast jeder 20. Deutsche – Männer häufiger als Frauen – ist einmal oder mehrfach im Leben davon betroffen. Vor allem zunehmendes Übergewicht in der Bevölkerung lässt die Tendenz steigen. Die Steine machen, solange sie in der Niere sind, keine Beschwerden und bleiben oft unentdeckt. Verlassen sie jedoch die Niere und gelangen in den Harnleiter, verursachen sie eine äußerst schmerzhafte Kolik.  

Jetzt in den Sommermonaten ist das Risiko, Harnsteine zu entwickeln, besonders groß. „An heißen Tagen geht von der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge ein großer Anteil über Atmung und Schwitzen verloren“, sagt Prof. Dr. Thomas Knoll, Vorsitzender des DGU-Arbeitskreises Harnsteine. Das hat zur Folge, dass die Urinmenge geringer ist, weil die Flüssigkeit abgezogen wird. „Große Hitze, intensives Schwitzen und eine verminderte Trinkmenge färben den Urin im Extremfall bierbraun. Dann sind die löslichen Salze, die von den Nieren ausgeschieden werden, im Urin in höherer Konzentration vorhanden. Dies begünstigt die Bildung von Steinen, die entstehen, wenn Stoffe auskristallisieren, die üblicherweise im Harn gelöst werden“, so der Chefarzt der Urologischen Klinik Sindelfingen.

Mehr trinken und auf Urinfärbung achten

Knoll empfiehlt, bei heißen Temperaturen deutlich mehr zu trinken und auf die hellgelbe Färbung des Urins zu achten. Herzgesunde Menschen sollten schon bei normalen Temperaturen und durchschnittlicher körperlicher Aktivität zirka zwei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken. Richtwert für die richtige Trinkmenge sollte die Urinfärbung, aber auch die Urinmenge sein. Im besten Fall ist der Urin wasserklar. „Es ist schwierig, die optimale Urinmenge festzulegen. Bei fünf Mal täglichem Wasserlassen mit jeweils 400 Millilitern Urinmenge ergibt sich als durchschnittlicher Richtwert eine 24-Stunden-Ausscheidung von etwa 2000 Millilitern“, sagt der Experte. Bei großer Hitze und/oder „schweißtreibender körperlicher Belastung muss die Trinkmenge deutlich mehr als zwei Liter betragen. Von Vorteil ist es, häufig kleine Flüssigkeitsmengen zu trinken. „Mindestens 100 Milliliter Flüssigkeit sollte dem Körper pro Stunde zugeführt werden, um Nierensteinen effektiv vorzubeugen.“  

Leitungswasser und ungesüßte Tees seien dafür genauso geeignet wie teure Mineralwasser oder Harntees, sagt Dr. Wolfgang Bühmann vom Bundesverband der Deutschen Urologen. Verzichten sollte man grundsätzlich auf gezuckerte Limonaden, da sie das Risiko für die Entstehung von Harnsteinen erhöhen. „Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr dienen Bewegung, ein normales Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung der Prävention von Harnsteinerkrankungen“, so Bühmann weiter. So können sich eine purinarme Ernährung – mit einem geringen Anteil an Fleisch, Wurst, Innereien und Hülsenfrüchten – sowie das Vermeiden von Lebensmitteln mit hohem Oxalat-Gehalt (zum Beispiel Spinat, Rhabarber und Mangold) günstig auswirken.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.08.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Große Hitze begünstigt die Steinbildung: Urologen warnen vor der Sommerkrankheit Harnsteine
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung