Sichere Stiche

Tattoos liegen im Trend. Doch was viele vergessen: Sie bergen auch gesundheitliche Risiken. Was Sie beim Tätowieren beachten sollten.

Frau mit Tattoo © Thinkstock
(Düsseldorf – 30.07.2014) Viele Prominente schmücken ihren Körper mit Tattoos – und auch immer mehr Deutsche finden Gefallen daran. Jeder Zehnte lässt sich mittlerweile tätowieren. Der Gang ins Tattoostudio sollte jedoch keiner vorübergehenden Laune entspringen, sondern vorher gut überlegt und sorgfältig geprüft sein. Denn bunten Bilder zieren den eigenen Körper nicht nur lebenslang, sondern sind auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden. „Wer etwa damit liebäugelt, die Körperkunst irgendwann wieder entfernen zu lassen, sollte wissen, dass trotz Lasertechnik und anderer moderner Verfahren Narben zurückbleiben können und die Farben unter der Haut nicht immer völlig verschwinden. Zudem kann eine Entfernung auch zusätzliche Gesundheitsschäden auslösen“, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie empfiehlt deshalb, vor dem Tätowieren einige Dinge zu beachten:

Keine Haftung bei Komplikationen

Professionelle Tätowierer sollten Kunden vor dem ersten Stich ausführlich mündlich und schriftlich über mögliche Risiken, Komplikationen, Allergien und die Wundpflege informieren. Künftige Tattooträger müssen im Gegenzug Folgekosten für auftretende Komplikationen oder Entfernungen des Tattoos ganz oder größtenteils selbst zahlen. Die Krankenkassen übernehmen hierfür in der Regel keine Kosten.

Keine Tattoos für Risikogruppen

Für Schwangere oder Patienten, die Antibiotika oder immunschwächende Medikamente einnehmen, ist ein Tattoo aufgrund des Infektionsrisikos ungeeignet. Bei Herzerkrankungen, Diabetes mellitus oder Blutgerinnungsstörungen ist ebenfalls von einer Tätowierung abzuraten. Dasselbe gilt auch bei einer Neigung zu Allergien, Ekzemen oder offenen Wunden. Vorsicht ist außerdem bei einer Nickel-Allergie geboten, da der Stoff bislang in vielen untersuchten Tattoofarben gefunden wurde.

Sterile Hygiene im Studio

Der Körperschmuck sollte von einem Experten aufgetragen werden, der eine Hygieneschulung absolviert hat und penibel auf Sauberkeit achtet. Denn bei unsachgemäßen Nadelstichen ist die Entzündungs- und Verletzungsgefahr groß. Mangelnde Hygiene kann HIV-, Hepatitis- oder andere Infektionen auslösen. Wer sich tätowieren lassen möchte, sollten vorher fragen, ob im Studio ein separater Raum mit abwischbaren Oberflächen und Liegen mit frischen Einwegtüchern vorhanden ist – und vor allem, ob sterile Nadeln und Instrumente verwendet werden. Der Tätowierer sollte auch nur zu sterilen Einmal-Farbtuben greifen. Das Wasser zum Verdünnen der Farben sollte ebenfalls aus sterilen Einwegpackungen stammen.

Stiche und Farben haben es in sich

Da die Tätowiernadel in tieferliegende Hautschichten eindringt, können Entzündungen, Allergien und bleibende Hautschädigungen auftreten. Einige Tattootinten weisen allergieauslösende Stoffe oder problematische Azofarbstoffe auf. In manchen gelben Tinten wurden zum Beispiel Cadmiumsalze nachgewiesen, die bei Sonnenbestrahlung starke Hautreizungen auslösen können. Schwarze Tinten, die vor allem den Ruß-Farbstoff „Carbon Black“ enthalten, sind häufig mit krebserregenden aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet.

Auf Prüfzertifikat bei Tattootinten achten

Gewissenhafte Tätowierer benutzen nur unbedenkliche Farben mit Prüfzertifikat. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie sich vom Tätowierer Ihrer Wahl schriftlich bestätigen lassen, dass die verwendeten Tinten den gültigen Vorgaben entsprechen und keine krebserregenden aromatischen Amine, Nitrosamine, PAK oder Schwermetalle enthalten. Chargennummern auf den vorgelegten Zertifikaten und dem Tintenbehältnis müssen übereinstimmen. Die Farben sollten zudem mindestens Name und Anschrift des Herstellers, sämtliche Inhaltsstoffe, die Chargennummer, ein Mindesthaltbarkeitsdatum und Angaben zur Haltbarkeit nach dem Öffnen aufweisen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.07.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Dauerhaft und oft auch bedenklich unter der Haut: gesundheitliche Risiken von Tattoos
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung