Reflux wirksam behandeln

Etwa jeder Fünfte leidet regelmäßig unter Sodbrennen und saurem Aufstoßen – Folgen des sogenannten Refluxes. Was dagegen helfen kann.

Frau hat Sodbrennen © Thinkstock
(Berlin – 22.05.2014) In Deutschland leidet etwa jeder Fünfte häufig unter Rückfluss des Magensafts in die Speiseröhre – dem sogenannten Reflux. Menschen, die sich durch Sodbrennen und saures Aufstoßen in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen, sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Denn mithilfe von Medikamenten, die die Säureproduktion im Magen hemmen, ist die Erkrankung meist wirksam zu behandeln. Auch Folgen wie etwa Entzündungen der Speiseröhre lassen sich so vorbeugen.

Bis zu einem gewissen Grad ist der Reflux normal

„Reflux, also der Rückfluss von Magensaft hin zur Speiseröhre, ist bis zu einem gewissen Grad normal – insbesondere nach dem Essen“, erklärt DGVS-Experte Professor Dr. med. Joachim Labenz, Chefarzt der Fachabteilung für Innere Medizin des Jung-Stilling-Krankenhauses in Siegen. Erhöht sich jedoch – etwa in Folge von Übergewicht – der Druck in der Bauchgegend, kann dies die Ventilfunktion des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Mageneingang stören. „Normalerweise öffnet sich der Pförtner zum Magen nur, damit Mahlzeiten und Getränke dort hineingelangen können“, so der Experte. Bei Patienten mit Reflux jedoch geschieht dies häufiger: Magensäure fließt auch dann in die Speiseöhre, wenn keine Speisebrocken unterwegs zum Magen sind. Das typische Brennen im Brustbereich ist die Folge.

Bei übergewichtigen Patienten hilft oft schon eine Gewichtsabnahme

Um die Beschwerden zu lindern, raten Ärzte übergewichtigen Patienten häufig dazu, abzunehmen. „Wenn es den Patienten gelingt, ihr Gewicht zu reduzieren, geht es ihnen oftmals besser“, so Labenz, der derzeit an der Neuauflage der DGVS-Leitlinien zur „Gastroösophagealen Refluxkrankheit“ mitwirkt. Darin empfehlen die Mediziner zudem Medikamente, sogenannte Protonenpumpenhemmer. Die Wirkstoffe reichern sich in der Magenschleimhaut an und hemmen dort die Säureproduktion. „Richtig dosiert und eingenommen wirken diese Mittel meist gut“, sagt der Experte.  

Nur in Ausnahmefällen sollten Ärzte und Patienten eine Operation in Betracht ziehen. „Wie alle Operationen ist auch die sogenannte Fundoplicatio nicht frei von Risiken“, erklärt Labenz. Der Eingriff, bei dem Chirurgen einen Teil des Magens als Manschette um den unteren Teil der Speiseröhre legen, sollte daher nur von erfahrenen Operateuren vorgenommen werden.

Bei starken Beschwerden einen Facharzt aufsuchen

Wer unter starken Refluxbeschwerden leidet, sollte sich in jedem Fall an einen Facharzt wenden, empfiehlt die DGVS. „Durch eine Spiegelung der Speiseröhre kann der Gastroenterologe Schäden entdecken, die der stark saure Magensaft möglicherweise bereits verursacht hat“, sagt Professor Dr. med. Christian Trautwein vom DGVS.  

Bei etwa 30 Prozent der Patienten ist die Speiseröhre entzündet. Blutungen, Geschwüre und Veränderungen der Schleimhaut können die Folge sein. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein Refluxkarzinom – eine Krebserkrankung der Speiseröhre. „Glücklicherweise sind solch schwere Komplikationen selten“, sagt Trautwein. Gerade Patienten, die häufig und auch nachts unter Beschwerden leiden, sollten jedoch durch eine Behandlung vorbeugen. Auch einfache Mittel können helfen: „Im Bett den Oberkörper etwas höher zu lagern, verhindert nachts im Liegen das Aufsteigen der Magensäure“ empfiehlt der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.05.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
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