Gesunde Ernährung bei AMD

Eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) lässt sich durch die richtige Ernährung positiv beeinflussen. Das zeigt eine deutsche Langzeitstudie.

Auge eines alten Mannes © Thinkstock
(Leipzig – 27.09.2013) Durch eine gezielte Ernährung lässt sich die altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD, wirksam beeinflussen und die Sehkraft sogar verbessern. Das belegen Augenmediziner am Uniklinikum Leipzig in einer Langzeitstudie. Über ein Jahr wurden dafür 200 Teilnehmer mit einer speziellen Diät behandelt und begleitet. Die Ergebnisse, die jetzt in der Zeitschrift „Graefes Journal of Clinical & Experimental Ophthalmology“ veröffentlicht wurden, stützen die Erkenntnis: Die bisher kaum behandelbare trockene Makuladegeneration lässt sich durch unsere Ernährung beeinflussen.

Jeder dritte über 60-Jährige hat altersbedingte Makulaveränderung

Jeder dritte Deutsche über 60 ist davon betroffen: Durch die altersbedingte Makulaveränderung schwindet die Sehkraft. Die bisher nicht heilbare Erkrankung schränkt die Betroffenen im Alltag ein, da lesen oder fernsehen nur noch bedingt gut gelingt. Auslöser für die Erkrankung sind Ablagerungen und Veränderungen der Blutgefäße an der Netzhaut. „Wir wissen, dass diese nicht nur altersbedingt sind, sondern auch durch die Lebensführung beeinflusst werden“, erklärt Prof. Jens Dawczynski, stellvertretender Direktor der Augenklinik am Uniklinikum Leipzig und Leiter der Studie.

Kombination aus Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren

Essgewohnheiten lassen sich im Gegensatz zum Alterungsprozess aber gut beeinflussen. „Deshalb haben wir in unserer LUTEGA-Studie geprüft, ob bestimmte Nährstoffe die gestörten Stoffwechselprozesse am Auge wirksam wieder verbessern können“, so der Studienleiter. Untersucht wurde der Effekt, wenn täglich ein Nahrungsergänzungsmittel mit einer Kombination aus Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren eingenommen wird. In der Studie wurden bei 200 Studienteilnehmern mit einer trockenen Form der AMD-Erkrankung über zwölf Monate hinweg die Konzentration der Stoffe im Blut gemessen sowie die Beschaffenheit der Makula und die Sehkraft kontrolliert.
 
„Das Ergebnis hat unsere Hoffnungen bestätigt“, sagt Dawczynski. „Wir haben einen deutlichen Anstieg der Makulapigmente als Folge der Nahrungsergänzungsmittel-Einnahme gesehen. Damit wird das mit einem Schwund dieser Pigmente verbundene Voranschreiten der Makuladegeneration gestoppt beziehungsweise verlangsamt.“ Auch die Sehkraft der Studienteilnehmer hat sich als Folge der Nährstoffzufuhr stabilisiert und leicht verbessert.

Gezielte Diätberatung als Chance für AMD-Patienten

„Wir wissen damit jetzt sicher, dass wir die bisher kaum behandelbare trockene Makuladegeneration  wirksam  durch eine einfache, gezielte Diätberatung beeinflussen können“, zeigt sich der Studienleiter begeistert. „Das ist eine große Chance und Hoffnung für unsere Patienten.“  

Auch wenn in der Studie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln untersucht wurde, kann der Effekt auch durch natürliche Nahrungsmittel erzielt werden. Das benötigte Lutein steckt vor allem in grünem Gemüse wie Grünkohl oder Brokkoli, Omega-3-Fettsäuren in Seefisch. „Eine ebenfalls gerade erschienene amerikanische Studie zeigt, dass die Stoffe über das Essen sogar besser aufgenommen werden als über eine Kapsel“, so der Leipziger Augenmediziner.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.10.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Universitätsklinikum Leipzig
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