Weniger Schlaf durch Alkohol

Schlafstörungen mit Alkohol zu bekämpfen, ist keine gute Idee. Denn er führt dazu, dass wir weniger und qualitativ schlechter schlafen.

Frau im Bett © Thinkstock
(Ingolstadt – 24.09.2013) Bereits mäßiger Alkoholkonsum vor dem Einschlafen kann dazu führen, dass sich die Schlafzeit verkürzt und die Qualität des Schlafs verschlechtert. Schlafstörungen mit Alkohol zu bekämpfen ist daher keine sinnvolle Lösung, da sich Schlafprobleme weiter verstärken können. „Alkohol kann zwar in der ersten Nachthälfte einen stabilisierenden Effekt auf den Schlaf haben und auch zunächst das Einschlafen beschleunigen. In der zweiten Nachthälfte kann jedoch ein gegenteiliger Effekt mit gehäuften Wachphasen auftreten, wodurch sich die Schlafdauer insgesamt verkürzt“, warnt Prof. Thomas Pollmächer von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Hoher Alkoholkonsum beeinträchtigt die Atmung

„Mit der Anzahl der Aufwachreaktionen im Schlaf nimmt auch die Schlafqualität ab, weil die jeweiligen Schlafphasen unterbrochen werden. Von mäßigem bis hohem Alkoholkonsum ist bekannt, dass hierdurch der Anteil an sogenannten Rem-Schlafphasen verkürzt wird“, so der Experte. In höheren Dosen kann Alkohol darüber hinaus die Atmung beeinträchtigen, was zu Schnarchen und im schlimmeren Fall zu Schlafapnoe führen kann. Bei der Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern während des Schlafs, die den Körper in extremen Stress versetzen. Dadurch kann eine erhöhte Tagesmüdigkeit auftreten, aber auch das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen.

Schlafmangel und Schlafstörungen können gesundheitliche Folgen haben

Man nimmt heutzutage an, dass dauerhafter Mangel an gesundem Schlaf schwerwiegende Konsequenzen für die Gesundheit haben kann. „In jüngerer Zeit mehren sich die Hinweise, dass chronische Schlafstörungen ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes mellitus sein können. Schlafstörungen beeinträchtigen zudem die seelische Stabilität und können zu psychiatrischen Erkrankungen wie zu Depressionen führen“, berichtet Prof. Pollmächer, Direktor des Zentrums für psychische Gesundheit am Klinikum Ingolstadt. „Darüber hinaus können Schlafstörungen auch das Immunsystem schwächen.“ Umgekehrt gibt es Hinweise, dass gesunder Schlaf – also ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf – ganz wesentlich zur Gesundheit beiträgt.

Schlafstörungen nicht auf eigene Faust behandeln

Die täglich notwendige Schlafdosis ist zu einem großen Anteil genetisch bestimmt und individuell verschieden. Bei den meisten Menschen beträgt sie zwischen sieben und acht Stunden. Im Alter benötigt man weniger Schlaf. „Schlafstörungen äußern sich entweder in dem Gefühl, schlecht ein- oder durchzuschlafen zu können, oder aber in dem Gefühl, tagsüber vermehrt müde zu sein. Beide Beschwerdekomplexe können auch gleichzeitig auftreten“, erklärt der Experte. „Unausgeglichenheit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und Leistungseinbußen können Hinweise auf eine Schlafstörung sein. Dauern Schlafstörungen länger als drei bis vier Wochen an, sollte zunächst eine Abklärung durch den Hausarzt erfolgen. Er kann dann gegebenenfalls in ein schlafmedizinisches Labor überweisen.“ Schlafstörung sollten nicht auf eigene Faust mit Schlafmitteln behandelt werden, da viele dieser Arzneimittel Nebenwirkungen haben und ihre Einnahme ärztlicher Kontrolle bedarf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.09.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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