Nebenwirkungen aufgeführt

Welche Nebenwirkungen hat ein Medikament? Die finden Patienten jetzt in einer Datenbank – und zwar auch solche, die nicht im Beipackzettel stehen.

Computermaus und Medikamente © Thinkstock
(Bonn – 26.04.2013) Die vielen Nebenwirkungen, die häufig im Zusammenhang mit einem bestimmten Medikament beschrieben werden, können Patienten manchmal ganz schön Angst machen. Und oft bleibt die Frage: Gibt es vielleicht noch mehr unerwünschte Wirkungen, als die, die im Beipackzettel stehen? Patienten und Ärzte haben jetzt die Möglichkeit, sich in einer Online-Datenbank über mögliche Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten zu informieren – und zwar auch über solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind.

Datenbank kein Ersatz für Packungsbeilage

Einen Ersatz für die Packungsbeilage, die jedem Medikament beiliegt, soll die Datenbank jedoch nicht darstellen. Denn es gibt einen entscheidenden Unterschied: Während in Beipackzetteln nur überprüfte und bewertete Meldungen zu Nebenwirkungen aufgeführt werden, enthält die Online-Datenbank alle Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen, die dem zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seit 1995 gemeldet wurden. Verdachtsfall heißt jedoch nicht, dass das Medikament zwangsläufig die Ursache für die gemeldete Nebenwirkung sein muss. Auch die Häufigkeit gemeldeter Verdachtsfälle zu einem Medikament lässt keine sicheren Rückschlüsse darauf zu, wie oft eine bestimmte Nebenwirkung auftritt.

Daten müssen medizinisch interpretiert werden

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weist darauf hin, dass es sich bei den Meldungen um unbewertete Rohdaten handele. Diese müssten stets medizinisch interpretiert werden und ersetzten keinesfalls eine Aufklärung durch den Arzt über mögliche Nebenwirkungen eines Medikaments.

Zunächst bietet das Bundesinstitut den Zugang zur Datenbank in einer Testphase an – erreichbar unter http://nebenwirkung.bfarm.de.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.04.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Transparenz bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen: Datenbank mit Verdachtsmeldungen jetzt öffentlich zugänglich (http://www.bfarm.de/DE/BfArM/Presse/mitteil2013/pm04-2013.html;jsessionid=2D06CE308F27A2B3C33171E391F2DB99.1_cid332)
  • Nebenwirkungsdatenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (http://nebenwirkung.bfarm.de)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung