Musik für Körper und Seele

Musizieren hat viele positive Effekte: Es steigert das Wohlbefinden, stärkt unser Immunsystem und kann sogar das Demenzrisiko mindern.

Junge Männer machen Musik © Thinkstock
(Oldenburg – 25.02.2013) Musik kann Menschen in verschiedene Gemütslagen versetzen: Sie macht traurig, erheitert oder beruhigt. Manche Klänge seien sogar in der Lage, Kranke von Schmerzen abzulenken und Heilungsprozesse zu fördern, berichtet Professor Gunter Kreutz. Der Experte für musikalische Wirkungsforschung mit Lehrstuhl an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg erklärt, dass ein besonders großes Plus für das persönliche Wohlbefinden das Musizieren in Gemeinschaft sei. „Studien belegen, dass gemeinsames Singen das körperliche und seelische Wohlbefinden nachhaltig steigern kann“, sagt Kreutz. „Einiges deutet darauf hin, dass der Körper dabei vermehrt die sogenannten Glückshormone Oxytocin und Endorphin ausschüttet.“

Singen stärkt das Immunsystem

Dem Wirkungsforscher zufolge belegen mehrere Studien, dass gemeinsames Singen nicht nur Stress abbaut, sondern auch die Immunabwehr in den oberen Atemwegen anregt. Zudem profitieren Hörverarbeitung und Gedächtnis enorm vom bewussten Eintauchen in die Welt der Klänge. Chorsingen ist damit „Wellness pur“. „Ein guter Chorleiter kann damit umgehen, dass die Voraussetzungen der Mitglieder unterschiedlich sind“, beruhigt Kreutz musikalische Anfänger. „Außerdem gibt es ein breites Spektrum an Chören, was Niveau und Musikrichtungen angeht.“

Wer ein Instrument erlernt, mindert sein Demenzrisiko

Ähnlich wie das Singen sei auch das Erlernen eines Instruments in jedem Lebensalter anregend und empfehlenswert, sagt der Forscher. „Inzwischen greifen immer mehr ältere Erwachsene, deren Kinder groß geworden oder die im Ruhestand sind, zu einem Instrument.“ Vor allem das Saxofon ist sehr gefragt, weil sich damit relativ schnell Erfolgserlebnisse erzielen lassen. Wer ein Musikinstrument oder auch Tanzschritte und -kombinationen erlerne, verringere außerdem sein persönliches Risiko, an Demenz zu erkranken. „Allerdings sollte immer die Freude an der Musik im Vordergrund stehen und nicht unbedingt der Präventionsgedanke“, betont der Professor.

Aktives Zuhören statt passiver Berieselung

Aber auch aktives Zuhören könne das Wohlbefinden im Alltag steigern. Wichtig sei dabei, dass die Klänge selbst gewählt seien und zudem nicht als „Berieselung“ nebenbei liefen. Schon wenige Minuten intensives Zuhören böten eine Oase der Erholung, die man unbedingt auch ausklingen lassen sollte, so Kreutz: „Manchmal ist die Stille nach der Musik wirksamer als die Musik selbst.“ Der Wissenschaftler empfiehlt deshalb, Musik so in den Alltag zu integrieren wie ein geliebtes Schmuckstück. „Man freut sich daran, dass es da ist, und holt es immer wieder gerne heraus. Aber eben nicht ständig – nur zu besonderen, selbst gewählten Gelegenheiten.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.02.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
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