Nicht sorglos kombinieren

Vom verschreibungspflichtigen Arzneimittel bis zur Vitamintablette: Medikamente sollten nicht einfach miteinander kombiniert werden.

Tabletten © Thinkstock
(Dresden – 22.01.2013) Eine Tablette gegen den zu hohen Blutzucker, ein paar Tropfen gegen die trockenen Augen und dann noch eine Kapsel gegen das schmerzende Kniegelenk. Die Kombination unterschiedlicher Medikamente ist problematisch, weil das Risiko von unerwünschten Wirkungen und Wechselwirkungen dadurch steigt. „Und das gilt nicht nur für Medikamente auf Rezept“, sagt Sophie Kolbe vom Arzneimittelberatungsdienst der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Dresden.

Viele griffen heute zusätzlich zu den verschriebenen Medikamenten noch zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen, Mineralstoffen oder Pflanzenextrakten, so die Expertin. Diese sind in jedem Supermarkt und in jeder Drogerie erhältlich und landen daher schnell im Einkaufswagen. „Im Schnitt nehmen die Anrufer bei unserer Beratungsstelle insgesamt sieben verschiedene Präparate am Tag ein“, sagt Kolbe. Je älter die Patienten sind, desto mehr Medikamente werden es.

Auch rezeptfreie Arzneimittel können Nebenwirkungen haben

Das Problem: Vitamine und Mineralstoffe können ebenso wie verschreibungspflichtige Medikamente zu unerwünschten Nebeneffekten führen, wenn sie sorglos mit anderen Mitteln kombiniert werden. „Eisen oder Kalzium können zum Beispiel die Wirkung von Schilddrüsentabletten verringern“, warnt die Patientenberaterin. Johanniskraut führe in Kombination mit UV-Strahlung möglichweise zu Hautreaktionen und setze in manchen Fällen die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille herab.

„Es ist darum wichtig, dass sich Patienten auch zu frei verkäuflichen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln vom Arzt oder Apotheker beraten lassen“, sagt Sophie Kolbe. Am besten solle man sich alle Präparate, die man über den Tag einnimmt, aufschreiben – nicht nur die verschreibungspflichtigen Präparate, auch das rezeptfreie Kopfschmerzmittel oder die Vitamintabletten aus der Drogerie gehören auf die Liste. „Nehmen Sie diese Liste mit, wenn Sie in die Apotheke gehen, und informieren Sie sich zu möglichen Wechselwirkungen“, rät Kolbe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.01.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: dapd
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung