Nicht alle Tabletten teilbar

Werden Tabletten geteilt, kann sich die Wirkung des Medikaments verändern. Patienten sollten sich in der Apotheke beraten lassen.

eine geteilte Tablette © Thinkstock
(Berlin/Hamburg – 27.08.2012) Eine Halbe zum Frühstück, eine Vierteltablette vor dem Zubettgehen: Viele Menschen teilen Tabletten, um die Wirkstoffmenge zu verringern. Dr. Wolfgang Kircher von der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker warnt aber: „Bevor Patienten eine Tablette zerbrechen oder pulverisieren, sollten sie sich vergewissern, ob dies überhaupt problemlos möglich ist.“ Nicht jede Tablette ist generell zum Teilen geeignet. „Dieses Vorgehen muss im Beipackzettel ausdrücklich erlaubt sein“, betont der Apotheker. Fehlt die Dosierungsfreigabe, sollten Patienten vor dem Teilen in der Apotheke nachfragen.

Teilen kann die Wirkung beeinflussen

„Werden Tabletten geteilt, obwohl sie nicht dafür vorgesehen sind, kann dies ihre Wirkung verändern“, erklärt Wolfgang Kircher. So sollten beispielsweise sehr kleine Tabletten nicht geteilt werden, weil sich die Bruchstücke nicht mehr gut mit den Fingern fassen lassen. Der Apotheker rät auch davon ab, Tabletten zu teilen, die insgesamt nur wenige Milligramm Wirkstoff enthalten: Bei den sehr geringen Dosierungen sei der Wirkstoff nicht immer gleichmäßig in der Tablette verteilt, so dass eine Teilung zu einer ungleichmäßigen Einnahme führen würde.  

„Bei Retardtabletten, also solchen, die sich erst allmählich und zeitversetzt auflösen, führt das Zerbrechen zu einer schnelleren Auflösung und verändert damit den Wirkprozess“, ergänzt Kircher. Manche Tabletten sind zum Schutz vor Licht oder Feuchtigkeit auch mit einem schützenden Film überzogen: „Wird diese Tablette zerbrochen, verfällt dieser Schutz für die zurückgelegte Hälfte.“

Die richtige Technik entscheidet

Wenn das Teilen erlaubt ist, hängt die richtige Technik von der Form der Tablette ab. „Manche Tabletten haben eine oder auch zwei Kerben, andere sind flach, andere rund – alles Dinge, die es beim Zerteilen zu berücksichtigen gilt“, so Kircher. In der Apotheke können Patienten sich umfassend beraten lassen, wie sie die jeweilige Tablette am besten zerteilen, um dabei möglichst gleich große Bruchstücke zu erhalten. „Wir empfehlen dann, die Bruchstücke möglichst bald einzunehmen, damit eine längere Lagerung an der Luft oder im Licht die Wirkstoffe nicht unnötig belastet.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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