Hautprobleme? Augenschutz!

Neurodermitis, Pollenallergien und Gürtelrose können die Augen stark belasten. Betroffene sollten sich daher regelmäßig untersuchen lassen.

Auge © Thinkstock
(Berlin – 24.08.2012) Patienten, die unter bestimmten Hauterkrankungen leiden, sollten besonders auf ihre Augen achten. So sind Allergiepatienten sehr anfällig für das Trockene Auge, in schweren Fällen von Neurodermitis steigt die Gefahr für Bindehauttumoren. Eine Gürtelrose wiederum kann durch eine Entzündung im Augeninneren schaden. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät Betroffenen daher, einmal jährlich den Augenarzt aufzusuchen, um sich untersuchen zu lassen.

Neurodermitis: Risiko für Wucherungen an Bindehaut

Menschen mit schwerer Neurodermitis entwickeln häufig Erkrankungen der Augenoberfläche. Bei schweren Krankheitsverläufen steigt das Risiko für bösartige Wucherungen an der Bindehaut. „Diese Tumorvorstufen, sogenannte Präkanzerosen oder auch konjunktivale Plattenepithelkarzinome, müssen möglichst früh operativ entfernt werden – unter Umständen begleitet von Chemotherapie in Form von Augentropfen oder Bestrahlung“, erklärt Dr. Henrike Westekemper, Oberärztin der Universitäts-Augenklinik in Essen.  

Erkrankungen der Haut und der Augenoberfläche treten häufig zusammen auf. Der Grund liegt in der embryonalen Entwicklung: Haut und Auge entstammen demselben Gewebe. „Wir empfehlen Neurodermitikern daher, sich einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen zu lassen“, rät Westekemper. Zudem sollten die Patienten zusätzliche Risikofaktoren wie starke UV-Strahlung und Rauchen meiden, betont die Ärztin.

Pollenallergiker leiden oft an Trockenem Auge

Auch Pollenallergiker sollten auf ihre Augen achten. Neben den allergisch-entzündlichen Reaktionen sind sie besonders anfällig für die Ausbildung eines Trockenen Auges. Die Warnzeichen sind ein Fremdkörpergefühl und ein Kratzen im Auge sowie Trockenheit. Doch Vorsicht: Auch das umgekehrte Phänomen kann die Erkrankung anzeigen: stark tränende Augen – worunter Allergiker ohnehin häufig leiden. „Der Augenarzt kann mit der Spaltlampe feine Veränderungen an der Oberfläche erkennen und beurteilen, ob sich ein Trockenes Auge entwickelt“, erläutert Professor Dr. Klaus-Peter Steuhl, Präsident der DOG und Ärztlicher Direktor der Universitäts- Augenklinik Essen. Abhilfe schaffen meist Tränenersatzmittel, die das Auge zusätzlich befeuchten. „Kortison sollten Augenärzte nur bei Entzündungen verordnen“, betont Steuhl.

Bei Gürtelrose kann Erblindung drohen

Eine Gürtelrose im Gesichtsbereich kann auf die Augen übergreifen und das Augeninnere befallen. Handlungsbedarf besteht, wenn der Ausschlag auf der Nasenspitze auftritt. „Der Befall ist streng sektorförmig und scharf begrenzt, sieht typischerweise wie ausgestanzt aus“, erklärt Henrike Westekemper. „In diesem Fall muss der Patient unverzüglich den Augenarzt konsultieren, weil dann auch das Augeninnere gefährdet ist und bleibende Schäden bis hin zur Erblindung drohen.“ Die Ärzte behandeln die Virus-Erkrankung mit antiviralen Medikamenten und zusätzlich Kortison.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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