Weidenrinde bei Schmerzen

Weidenrinde kann Schmerzen lindern. Denn die Pflanze enthält eine Vorstufe der in Schmerzmitteln verwendeten Acetylsalicylsäure.

Tee aus Weidenrinde © Thinkstock
(Hamburg/Berlin – 21.06.2012) Schon der griechische Mediziner Hippokrates setzte auf die Kraft der Weidenrinde bei Schmerzen aller Art – mit gutem Grund: Weidenrinde enthalte Salicin, eine Vorstufe der in Schmerzmitteln verwendeten Acetylsalicylsäure und habe daher entzündungshemmende, schmerzlösende und fiebersenkende Eigenschaften, erläutert Miriam Ortiz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Allerdings sollte man wegen der ungewissen Wirkstoffmenge nicht auf Rinde aus dem eigenen Garten zurückgreifen, warnt sie.

Tee oder Fertigpräparate – aber nicht dauerhaft

Ortiz empfiehlt bei leichten Schmerzen bekannter Ursache Weidenrindentee oder Fertigpräparate aus der Apotheke: „Erwachsene dürfen bei akuten Beschwerden bis zu fünfmal täglich eine Tasse als Aufguss von einem Teelöffel Weidenrinde (zirka 1,5 Gramm) zu sich nehmen.“ Die Tagesdosis bei Fertigpräparaten liegt bei 60 bis 120 Milligramm. Bei akuten Beschwerden ist kurzfristig eine Steigerung auf bis zu 240 Milligramm möglich.

Dauerhaft sollte man Weidenrinde – wie alle Arzneipflanzen – nicht einnehmen, warnt die Allgemeinmedizinerin: „Tee und Präparate empfehlen sich auch nicht für Kinder bis zwölf Jahren und bei einer bekannten Salicylsäureüberempfindlichkeit.“ Gerinnungsstörungen wie bei acetylsalicylsäurehaltigen Mitteln werden in Untersuchungen zur Weidenrinde zwar nicht beschrieben, trotzdem sollte die Einnahme bei zusätzlicher Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.06.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cw
  • Quellen: dapd
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