Riskante E-Zigarette

Der elektrische Glimmstängel mit riskantem Wirkstoff-Mix und hohem Nikotingehalt kann die Gesundheit schädigen.

e-Zigarette © Thinkstock
(Frankfurt/Main – 08.05.2012) Auf den ersten flüchtigen Blick sieht das kleine Gerät aus Plastik wie eine echte Zigarette aus: Ein kräftiger Zug bringt die Leuchtdiode an der Spitze zum Glimmen und der aufsteigende Dampf macht die Illusion fast perfekt. Aber die Elektrische Zigarette, die sogenannte E-Zigarette, verbrennt keinen Tabak, stinkt nicht und die E-Raucher müssen sich daher nicht vor der Tür im Wind herumdrücken, denn dampfen darf man theoretisch überall. Doch die E-Zigarette ist umstritten.

Harmloses Genussmittel nennen sie die Hersteller, Arzneimittel sagt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, sprach sich für ein Verbot der E-Zigaretten aus. Laut der Deutschen Herzstiftung werde in den E-Zigaretten zwar kein Tabak verbrannt und daher inhaliere der E-Zigaretten-Raucher auch keine Teerstoffe. „Dennoch ist die E-Zigarette keine gesundheitlich unbedenkliche Alternative zur herkömmlichen Zigarette“, sagt der Kardiologe Professor Helmut Gohlke von der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt/Main.

Raucher atmet viel Nikotin ein

Die Funktion der E-Zigarette ist schnell erklärt: Bei jedem Zug wird eine Tabakalkaloidflüssigkeit mittels eines elektrischen Verneblers zum Verdampfen gebracht. Diesen Dampf, der zu 90 Prozent aus Propylenglykol besteht, inhaliert der Raucher. Propylenglykol wird industriell auch als Frostschutzmittel eingesetzt. Dieser Flüssigkeit, auch Liquid genannt, werden wahlweise Nikotin, meist in Form von Ethanol, Glyzerin und andere Geschmacksstoffe und Aromen zugesetzt. „Niemand sollte diese Mischung seiner Lunge zumuten“, sagt Gohlke. Denn auch wenn bei der E-Zigarette keine toxischen Stoffe verbrannt werden, atmet der Raucher wie bei gewöhnlichen Zigaretten Nikotin ein.

Wer intensiv und schnell an der E-Zigarette zieht, kann sogar so viel Nikotin inhalieren, dass es zu einer Nikotinvergiftung kommt. „Allein wegen dieses hohen Nikotingehalts ist die E-Zigarette als potenziell gefährlich einzustufen“, warnt Gohlke. Die Behauptung, dass sie den Ausstieg aus dem Zigarettenrauchen begünstigt, muss erst durch wissenschaftliche Studien belegt werden, die jedoch noch ausstehen. „Sicher ist, dass die E-Zigarette die Gesundheit der Verbraucher auf andere Weise schädigt als die reguläre Zigarette“, sagt der Experte. Ob die Schädigung geringer ist, wurde bisher noch nicht nachgewiesen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.05.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: dapd
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