Schilddrüse selbst testen

Jeder kann seine Schilddrüse mit einem Schlucktest vor dem Spiegel selbst kontrollieren und Vergrößerungen damit frühzeitig entdecken.

Hals © Thinkstock
(Hamburg – 02.05.2012) Die Schilddrüsenvergrößerung (Struma, Kropf) ist die bei Weitem häufigste Schilddrüsenerkrankung. Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist davon betroffen – und zwar oft, ohne es zu merken. Deshalb sollte jeder Erwachsene regelmäßig seinen Hals auf eine vergrößerte Schilddrüse hin überprüfen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hin. „Mithilfe eines einfachen Schlucktests vor dem Spiegel können Veränderungen am Hals erkannt werden“, erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI.

„Für den Test wird nur ein Handspiegel und ein Glas Wasser benötigt. Die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfs. Halten Sie den Handspiegel also so, dass Sie den Teil des Halses zwischen Kehlkopf und Schlüsselbein sehen können. Legen Sie dann den Kopf in den Nacken, trinken Sie einen Schluck Wasser, und behalten Sie Ihren Hals dabei weiterhin im Blick. Beobachten Sie während des Schluckens, ob unterhalb des Kehlkopfs Schwellungen hervortreten. Dazu müssen Sie den Test gegebenenfalls einige Male wiederholen“, erklärt Internist Wesiack.

Langzeitschäden verhindern

Wer beim Schlucktest einen Knoten oder eine Verdickung am Hals erkennt, sollte einen Termin bei einem Internisten oder Endokrinologen vereinbaren. „Dieser kann anhand einer einfachen und schmerzfreien Tastuntersuchung feststellen, ob eine vergrößerte Schilddrüse oder knotige Veränderungen vorliegen, und dann entscheiden, ob weitere Untersuchungen notwendig sind, wie beispielsweise Ultraschall“, erläutert Dr. Wesiack. „Da ein Kropf Störungen der Hormonproduktion im Körper und im schlimmsten Fall Schilddrüsenkrebs verursachen kann, sollte er möglichst frühzeitig erkannt und dann medikamentös – mit Jodetten oder zusätzlich L‐Thyroxin – behandelt werden. Die regelmäßige Kontrolle mit dem Schlucktest kann helfen, einer Operation oder Langzeitschäden vorzubeugen.“

Hauptursache für das Struma ist eine Unterversorgung mit dem Spurenelement Jod (Jodmangel). Obwohl sich die Jod‐Versorgung in Deutschland dank verschiedener Maßnahmen, wie etwa der Jodierung von Speisesalz, inzwischen verbessert hat, reicht das bei vielen Menschen nicht aus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.05.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: Internisten im Netz
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