Riskante Rot-Grün-Blindheit

Wer die Farben Rot und Grün nicht unterscheiden kann, hat oft Probleme in der Schule. Rechtzeitige Diagnose hilft, auf die Sehstörung einzugehen.

Augen © Thinkstock
(Köln – 23.04.2012) Eine Kirsche ist rot, eine Zitrone gelb, das Gras ist grün. Das scheint eine objektive Tatsache zu sein. „Tatsächlich sind Farben immer nur Eigenschaften des jeweiligen Betrachters, seines Auges, seines Sehzentrums“, sagt Professor Hermann Krastel vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. in Mannheim. Trotz dieser individuellen Sichtweise deckt sich im Normalfall das Empfinden der Betrachter darüber, ob etwas „rot“ oder „grün“ ist. Nicht so bei Rot-Grün-Blinden oder Rot-Grün-Sehschwachen, also Menschen, die Rot und Grün nicht oder nur schlecht von Gelb unterscheiden können.

Sie nehmen diese Farben anders wahr und können zum Beispiel Hinweisschilder nicht allein aufgrund der Farbgebung unterscheiden. „Die Ursache für diese Sehstörung ist genetisch bedingt, sie ist bisher nicht therapierbar und bleibt zeitlebens bestehen“, erklärt der Experte für Sinnesphysiologie.

Probleme vor allem in Schule und Ausbildung

Wer die Farbe Rot noch nie gesehen hat, kann sie schlecht vermissen. Tatsächlich würden die Betroffenen selbst ihre Einschränkung nicht als störend empfinden, sagt Krastel: „Sie kennen es ja auch nicht anders, haben das Sehen nur so gelernt und keine anderen Seherfahrungen gemacht.“ Trotzdem sei das Leben mit einer Rot-Grün-Blindheit nicht unproblematisch, bedenkt man, welche vielfältigen Bedeutungen die Farben im menschlichen Alltag haben. „So sind zum Beispiel Schulbücher und Lehrmaterialien sehr stark auf Farben ausgelegt, was große Probleme mit sich bringen kann“, sagt Krastel. Nicht immer gelinge es den Designern dieser Lehrmaterialien, die Verwechslungsfarben der Schüler mit Rot-Grün-Sinnesstörung in der Gestaltung der Schulbücher und -hefte zu vermeiden. „Das führt dann zu Fehlern in Hausaufgaben oder Schwierigkeiten bei Prüfungen.“

Kinder frühzeitig testen lassen

Es sei deshalb sehr wichtig, dass die Diagnose rechtzeitig gestellt werde, „im Idealfall bereits im Kindergartenalter“, sagt der Experte. Unerkannt entstehen sonst große Nachteile im Schulalltag und bei der Berufswahl und -ausübung. Krastel empfiehlt, dass schon Kinder im Vorschulalter einen Test beim Augenarzt machen: „Einfache Farbsinntests mit Zuordnung kindgerechter Sehzeichen können meist ab einem Alter von vier Jahren bewältigt werden.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.04.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: dapd
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