Sehtest oft ungenügend

Schwindet die Sehkraft, sollte das ein Augenarzt abklären. Oft steckt mehr dahinter als Kurz- oder Weitsichtigkeit. Und das erkennt der Test beim Optiker nicht.

Sehtest © Thinkstock
(Senden – 19.3.2012) Viele Brillenträger kennen das: Vor wenigen Monaten erst eine neue Sehhilfe bekommen und trotzdem werden die Schaufenster auf der anderen Straßenseite schon wieder unscharf oder man hat Probleme, beim Arbeiten am Bildschirm auch kleinere Schriften zu erkennen. Viele gehen bei schwindendem Sehvermögen einfach zum Optiker, um einen Sehtest zu machen. Eine neue Brille wird es schon richten. „Aber hinter einer Sehverschlechterung steckt oft deutlich mehr als der mangelhafte Ausgleich eines Sehfehlers“, sagt der Sendener Augenarzt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Hornhaut, Linse und Sehnerv untersuchen

Ein Sehtest, wie ihn auch Optiker anbieten, ist nicht mit einer fachärztlichen Augenuntersuchung zu verwechseln, bei der nach einer eventuell bestehenden Krankheit geschaut wird. „Ein Optiker kann mit einem Sehtest nur abklären, welche Brechkraft das Auge hat und ob für eine optimale Fern- oder Nahsicht eine Sehhilfe nötig ist.“ Andere wichtige Faktoren blieben bei diesem Test außen vor. Es wird beispielsweise nicht geklärt, ob die Hornhaut gesund ist, ob es eventuell Probleme mit einer Linsentrübung gibt oder ob Sehnerv und Netzhaut in Ordnung sind. Das alles kann nur der Augenarzt und nicht der Optiker beurteilen.

„Jede Sehminderung sollte deshalb zunächst beim Augenarzt abgeklärt werden“, sagt Eckert. Denn Augenärzte sind heute nicht nur in der Lage, krankhafte Veränderungen am Auge sehr frühzeitig zu erkennen, sie könnten diese in den meisten Fällen auch erfolgreich behandeln. Und das ist entscheidend, weil viele Krankheiten letztendlich das Sehvermögen bedrohen und im schlimmsten Falle auch zu einer Erblindung führen können.

Viele Augenerkrankungen sind gut behandelbar

Zu den häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland zählen die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), das Glaukom (Grüner Star) und die diabetische Retinopathie – also eine durch Zuckerkrankheit verursachte Schädigung der Netzhaut des Auges. „Werden diese Erkrankungen früh genug erkannt, gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten“, sagt Eckert und rät deswegen dazu, nicht nur zum Optiker zu gehen, wenn die Welt wieder unscharf wird. Die Möglichkeiten der Früherkennung könne der Patient nur nutzen, wenn eine eventuelle Krankheit beim Augenarzt auch festgestellt werde.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: dapd
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