Grüner Star: Kein Schicksal

Menschen, die am grünen Star leiden, können daran erblinden. Rechtzeitig erkannt ist die Krankheit allerdings gut behandelbar.

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(Aachen – 07.02.2012) Der grüne Star ist weltweit die zweithäufigste Ursache für eine Erblindung. Dabei kann die Erkrankung, in der Fachsprache als Glaukom bezeichnet, gut behandelt werden, wenn man sie rechtzeitig erkennt. Problem: Die Krankheit verläuft lange Zeit völlig ohne Symptome. Wenn Betroffene etwas bemerken, ist es für eine erfolgreiche Therapie häufig zu spät.
„Beim Glaukom sterben nach und nach die Zellen des Sehnervs ab“, erklärt der Aachener Augenarzt Bernd Bertram, Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Oft spielt ein zu hoher Augeninnendruck eine Rolle. „In der Regel hat der Patient keine Schmerzen und kann die vom Glaukom verursachten Ausfälle im Gesichtsfeld erst erkennen, wenn schon ein großer Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist“, sagt Bertram.

Umso wichtiger ist die Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt. Das ist die einzige Möglichkeit, die Krankheit schon in einem frühen Stadium zu entdecken und erfolgreich zu behandeln.

Die Krankenkassen zahlen nicht

Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten für die Früherkennung bisher nicht. Augenärzte dürfen diese Leistung nur als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) anbieten. Die Untersuchung kostet in der Regel zwischen 20 und 40 Euro.

„Wir empfehlen ein sogenanntes Glaukom-Screening Menschen, deren direkte Verwandte am Glaukom leiden“, sagt Bertram. Außerdem sei es für stark Kurzsichtige sinnvoll. 40- bis 64-Jährige sollten alle drei Jahre und ältere Menschen alle zwei Jahre zur Früherkennung gehen, rät der Augenarzt.

Augeninnendruck wird geprüft

Bei der Früherkennung wird der Sehnervenkopf, also die Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, auf Auffälligkeiten untersucht. Außerdem misst der Arzt den Augeninnendruck und überprüfe im Verdachtsfall, ob bereits blinde Flecken im Gesichtsfeld entstanden sind.

„In den meisten Fällen genügt die Behandlung mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken und so den Sehnerv entlasten", erklärt Bertram. Menschen, die eine entsprechende Früherkennungsuntersuchung in Erwägung ziehen, sollten sich zunächst von ihrem Hausarzt beraten lassen.
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