Der Migräne davonlaufen

Viele Patienten mit Migräne sind verzweifelt, weil sie einfach kein Mittel gegen die Schmerzattacken finden. Moderater Ausdauersport kann helfen.

(Köln – 07.11.2011) Regelmäßiger Sport kann dazu beitragen, Migräneanfällen vorzubeugen. Vor allem Ausdauersport kann die Intensität und Häufigkeit der pochenden, stechenden, ziehenden Schmerzattacken bei Migräne verringern. Allerdings gilt es dabei, einige Dinge zu beachten.

„Migränepatienten sollten auch beim Sport alle potenziellen Auslöser wie zum Beispiel helles Sonnenlicht meiden“, sagt Joachim Latsch, Sportarzt am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Scheint beispielsweise beim Sport im Freien die Sonne, sollte eine Sonnenbrille getragen werden.

Außerdem ist es wichtig, moderat zu trainieren und nicht an die Belastungsgrenze zu gehen. Überanstrengung und falscher Ehrgeiz sollten beim Training unbedingt vermieden werden. „Wer im Bereich von 60 bis 80 Prozent seiner maximalen Leistungsfähigkeit trainiert, erreicht zudem die besten Ausdauereffekte“, erklärt Latsch.

Welche Sportart?

Ausdauersportarten wie Radfahren, Joggen, Walking, Wandern oder Schwimmen sind besonders gut für Migränepatienten geeignet. Wer zwei- bis dreimal wöchentlich für jeweils 20 bis 60 Minuten trainiert, verbessert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung. Körpereigene Substanzen zur Schmerzabwehr werden aktiviert. Außerdem lenkt Sport ab, macht den Kopf schnell frei und die Bewegung an der frischen Luft hilft, Stress abzubauen.

Regelmäßige leichte Bewegung könne auf lange Sicht eine größere schmerzlindernde Wirkung als körperliche Ruhe haben, sagt Latsch. Während eines Migräneanfalls sollte man sich allerdings ausruhen, da jede Bewegung den Schmerz noch verstärkt.

Ausdauersport kann aber lediglich eine von mehreren Säulen der Behandlung von Migräne sein. Eine zweite Säule sind Medikamente zur akuten Therapie und zur Vorbeugung. Auch verhaltenspsychologische Maßnahmen wie die Etablierung eines regelmäßigen Tagesablaufs und die Vermeidung von Stress zählen zur Behandlung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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