Den Durchblick behalten

Besonders im Alter drohen verschiedene Erkrankungen des Auges. Rechtzeitig erkannt, sind sie meist gut behandelbar.

(Hamburg/Berlin – 31.10.2011) Im Alter sind verschiedene Augenerkrankungen möglich, die die Sehfähigkeit mitunter stark beeinträchtigen können. „Deshalb ist es so wichtig, sich spätestens ab dem 50sten Lebensjahr regelmäßig beim Augenarzt untersuchen zu lassen“, rät Professor Christoph Bamberger, Direktor des Medizinischen Präventionscentrums Hamburg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Typische Erkrankungen im Alter

Im fortgeschrittenen Alter sind die häufigsten Augenerkrankungen der graue oder grüne Star und die Makuladegeneration. Alle drei Krankheiten machen sich zu Beginn kaum bemerkbar. Betroffene nehmen in der Regel zunächst keine Symptome wahr. Ohne rechtzeitige Therapie können die Erkrankungen das Augenlicht jedoch stark schädigen oder sogar zerstören. „Durch die Früherkennung kann man rechtzeitig gegensteuern und Schlimmeres verhindern“, betont Bamberger.

Der graue Star entsteht häufig bei Menschen mit entsprechender Veranlagung. Die Erkrankung wird aber durch Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder durch eine längerfristige Behandlung mit Kortison begünstigt. Es kommt zu einer Trübung der Augenlinse, die die Sehfähigkeit stark beeinträchtigen kann. Wird der graue Star rechtzeitig operiert, können nachhaltige Schäden meist vermieden werden.

Im Fall des grünen Stars (Glaukom) entwickelt sich ein erhöhter Augeninnendruck. Mögliche Folgen sind irreparable Schädigungen am Sehnerv, die zur Erblindung führen können. „Frühzeitig kann man diesem Verlauf sogar mit Augentropfen entgegenwirken“, erläutert der Experte.

Zerstörte Netzhaut

Eine weitere ernstzunehmende Erkrankung der Augen ist die sogenannte Makuladegeneration. Im Verlauf der Krankheit werden die Zellen der Netzhaut zerstört. „In Deutschland ist das die häufigste zum Sehverlust führende Erkrankung“, sagt Prof. Bamberger. Die Makuladegeneration ist oft genetisch bedingt. Schäden am Auge, die durch Sonnenlicht verursacht wurden, können die Erkrankung ebenfalls auslösen.

Grundlegende Untersuchungen des Auges werden von den Krankenkassen bezahlt. Sobald im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung Netzhaut und Augenhintergrund ebenfalls überprüft werden sollen, muss die Kosten in der Regel der Patient übernehmen.

Anders verhält es sich bei vorliegenden Risiken oder Grunderkrankungen wie Diabetes, bei denen Folgeschäden an den Augen möglich sind. In diesen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Untersuchungen. Bei Personen ohne Verdacht oder besonderes Risiko gibt es keine Kostenerstattung für ein Vorsorge-Screening. Wer seine Augen trotzdem überprüfen lassen will, sollte sich über Möglichkeiten und Kosten zunächst von seinem Arzt beraten lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.10.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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