Ruhelose Beine

Das sogenannte Restless-Legs-Syndrom macht den Alltag für Betroffene zur echten Qual. Dabei kann die Erkrankung gut behandelt werden.

Frauenbeine auf einem Bett © iStock
(München – 04.10.2011) Ziehen, Stechen, Kribbeln, das Gefühl von Ameisen unter der Haut, ein Reißen oder krampfartige Schmerzen in den Beinen – all das sind typische Symptome des Restless-Legs-Syndroms. Betroffene leiden außerdem unter einem ausgeprägten Drang, ihre Beine zu bewegen, um die Beschwerden zu lindern. „Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung sind von einem Restless-Legs-Syndrom betroffen. Über zwei Millionen Menschen müssten behandelt werden, doch die Erkrankung wird häufig nicht richtig diagnostiziert“, erklärt Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie der Philipps-Universität Marburg.

Die Beschwerden machen Kinobesuche, Sitzungen oder lange Reisen zur echten Qual. Besonders leiden Betroffene unter dem Syndrom jedoch nachts. Die Symptome sind dann besonders stark ausgeprägt. Bewegung bringt zwar kurzfristige Linderung, stört jedoch empfindlich den Nachtschlaf und die zur Regeneration nötigen Tiefschlafphasen. Die Folgen sind Unkonzentriertheit, Gereiztheit und Tagesmüdigkeit. „Die Einschränkung der Lebensqualität von RLS- Patienten ist ähnlich wie bei Patienten mit anderen schweren Erkrankungen“, sagt Prof. Oertel.

Selten erkannt, viele Ursachen

Eine Studie hat gezeigt, dass Hausärzte in England bei weniger als sieben Prozent der RLS-Betroffenen, die richtige Diagnose stellten. Dabei gibt es vier sogenannte essenzielle Kriterien, die auf das Syndrom hinweisen:

  • Ein ausgeprägter Bewegungsdrang der Beine, üblicherweise begleitet von Missempfindungen wie Stechen oder Kribbeln. Arme oder andere Körperteile können ebenfalls betroffen sein.
  • Der Bewegungsdrang und die Missempfindungen treten ausschließlich oder verstärkt in Ruhe auf.
  • Gleichzeitig können Bewegungsdrang und Missempfindungen teilweise oder vollständig durch Bewegung gebessert werden.
  • Der Bewegungsdrang oder die Missempfindungen treten nur abends oder nachts auf beziehungsweise sind zu diesen Zeiten am stärksten.
Die Ursachen des Syndroms sind vielfältig: Die Vererbung spielt bei der Krankheit eine Rolle. Das Syndrom kann jedoch auch die Folge einer anderen Erkrankung wie Nierenleiden, Eisenmangel oder Degenerationen des Nervensystems sein. RLS kann im Verlauf einer Schwangerschaft auftreten oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst werden.

Gut behandelbar

Das Restless-Legs-Syndrom kann medikamentös gut behandelt werden. Vor allem bei leichten bis mittelschweren und vorübergehend auftretenden Symptomen wird das Medikament L-Dopa verschrieben. Diese Aminosäure ist eine Vorstufe des Botenstoffs Dopamin. In schwereren Fällen stehen ebenfalls gut wirksame Präparate zur Verfügung. Bei einem diagnostizierten Eisenmangel können Injektionen einer Eisenlösung Abhilfe schaffen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: idw
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