Endlich einschlafen

Wer kennt es nicht: Nachts drehen sich die Gedanken um das ewig gleiche Thema. An Schlaf ist vor lauter Grübeln nicht zu denken. Eine Psychologin gibt Tipps, wie man zur Ruhe kommt.

Frau liegt grübelnd im Bett © iStock
(München – 23.09.2011) Manchmal rauben Sorgen den wohlverdienten Schlaf. Stundenlang liegt man nachts wach und grübelt über den nicht abbezahlten Kredit, den Streit mit dem Partner oder die verpatzte Konferenz im Beruf nach. „In der Stille und der Dunkelheit der Nacht kann man sich ganz auf ein Thema konzentrieren“, sagt Alexandra Hipfner-Sonntag, Diplom-Psychologin aus Freiburg. Dadurch können die Gedanken so sehr in den Vordergrund treten, dass an eine erholsame Nachtruhe nicht mehr zu denken ist.

Manchmal hilft es, den Versuch einzuschlafen erst einmal aufzugeben – beispielsweise indem man aufsteht und zur Toilette geht. Eine andere Möglichkeit ist es, sich die Sorgen bildlich vorzustellen und sie dann loszulassen. „Stellen Sie sich vor, die Gedanken fliegen wie eine Wolke davon“, erklärt Hipfner-Sonntag. Auch das klassische „Schäfchenzählen“ kann helfen. „Durch die Konzentration auf die Schäfchen werden keine anderen Gedanken mehr zugelassen“, sagt die Expertin.

Der Grübelstuhl kann helfen

Lassen sich die Gedanken und Sorgen gar nicht zähmen, kann ein sogenannter Grübelstuhl helfen. „Dazu steht man auf, begibt sich an einen anderen Ort und setzt sich beispielsweise auf einen Stuhl, um dort seine Gedanken zu einem Ende zu führen“, erläutert Hipfner-Sonntag. Dort solle man sich bemühen, einen Punkt zu finden, an dem man mit dem Thema für die Nacht abschließen könne, um sich am nächsten Tag wieder damit zu beschäftigen. Manchen Menschen hilft es, wenn sie diesen letzten Gedanken zusätzlich notieren.

„Dann macht man noch etwas, um die Situation zu beenden. Man lüftet beispielsweise das Schlafzimmer durch. Anschließend entscheidet man sich bewusst: Jetzt gehe ich ins Bett und schlafe ein“, sagt Hipfner-Sonntag. Wichtig ist es, ein Schlussstrich unter die Grübeleien zu ziehen.

Um einen ruhigen Schlaf zu finden, kann man schon beim Zubettgehen etwas tun. „Man sollte abends beispielsweise keine Sendungen mit aufrüttelnden, bewegenden Bildern anschauen, die einen dann im Schlaf beschäftigen“, erklärt Hipfner-Sonntag. Oft hilft ein Ritual, das signalisiert: Der Tag ist zu Ende. Jetzt kommt die Nachtruhe. „Man kann beispielsweise eine kurze Entspannungsübung machen oder eine heiße Milch mit Honig zubereiten“, schlägt die Therapeutin vor.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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