Keine bösen Knoten

Wer eine Vergrößerung oder einen Knoten an der Schilddrüse bemerkt, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen. Aber keine Angst: Meist sind die Veränderungen gutartig.

(Leipzig – 14.09.2011) Jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet unter einer Vergrößerung der Schilddrüse. Bei den über 45-Jährigen ist sogar jeder Zweite betroffen. „Wer am Hals in der Gegend um den Kehlkopf eine Schwellung oder Vergrößerung ertastet, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen“, empfiehlt Professor Dagmar Führer-Sakel, Endokrinologin vom Universitätsklinikum Leipzig.

Auch Schluckbeschwerden oder eine Engegefühl im Hals können auf eine veränderte Schilddrüse hinweisen. Auch wenn eine ärztliche Behandlung dringend empfohlen wird, so sind Veränderungen an der Schilddrüse in den meisten Fällen keine bösartigen Tumoren.

Funktionsstörung

Ein Arzt kann durch das Abtasten des Halses und mit einer Ultraschalluntersuchung schnell und sicher feststellen, ob und wie stark die Schilddrüse vergrößert ist. Ihre Normgröße beträgt bei Frauen zirka 1,8 Zentimeter und bei Männern 2,5 Zentimeter.

„Wenn die Ultraschalluntersuchung eine Veränderung an der Schilddrüse zeigt, müssen anschließend die Blutwerte, vor allem das Hormon TSH, bestimmt werden“, sagt Führer-Sakel. Ein niedriger TSH-Wert weist auf zu viele Schilddrüsenhormone und ein hoher TSH-Wert auf zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut hin. Dann liegt eine entsprechende Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse vor.

Solch eine Störung kann verschiedene Symptome wie Gewichtsabnahme, Angstzustände (Überfunktion), chronische Müdigkeit oder depressiven Verstimmungen (Unterfunktion) mit sich bringen. Aufgrund dieser möglichen Folgen sollte eine Störung der Schilddrüsenfunktion nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Meist keine Operation nötig

„Viele Knoten hängen mit Jodmangel zusammen“, erklärt Dagmar Führer-Sakel. Mitunter wird eine Therapie mit entsprechenden Medikamenten nötig. Oft reicht jedoch eine jodreiche Ernährung aus. Welche Maßnahmen im Einzelfall zu ergreifen sind, muss der behandelnde Arzt entscheiden.

Endokrinologin Führer-Sakel erklärt weiter: „Die meisten Knoten sind gutartig und müssen in der Regel nicht operativ entfernt werden.“ Bösartige Tumoren der Schilddrüse sind überaus selten. Eine Operation kann bei gutartigen Knoten notwendig werden, wenn sie so groß sind, dass sie auf die Luftröhre drücken und das Atmen erschweren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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