Verzögerte Erschütterung

Nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf treten die Symptome einer Gehirnerschütterung oft erst Stunden später auf. Im Zweifelsfall sollte der Notarzt gerufen werden.

(München – 07.09.2011) Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder ein kurze Erinnerungslücke können nach einem Zusammenprall, einem Schlag oder Sturz auf den Kopf auf eine Gehirnerschütterung hinweisen. „Manchmal treten diese Beschwerden auch erst zu einem späteren Zeitpunkt – etwa sechs bis zwölf Stunden nach dem Unfall – auf. Besonders häufig ist diese zeitliche Verzögerung bei Kleinkindern zu beobachten“, erklärt Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld.

Nach Unfällen, bei denen der Kopf in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist der Betroffene unter Umständen einige Sekunden bis Minuten bewusstlos. In diesem Fall sollte ein Notarzt verständigt werden. Die besondere Gefahr: Es kann sein, dass das Unfallopfer nach der ersten Ohnmacht ein weiteres Mal bewusstlos wird und sich womöglich durch einen Sturz zusätzlich verletzt. Deswegen sollte der Betroffene sich mit leicht erhöhtem Oberkörper ruhig hinlegen bis der Krankenwagen eintrifft. „Die ganze Zeit sollte jemand das Bewusstsein des Verletzten kontrollieren und beruhigend mit ihm sprechen. Keinesfalls darf der Betroffene alleine gelassen werden“, sagt Dr. Bergmann.

Gefahr einer Hirnblutung

Die Gehirnerschütterung ist die häufigste Art der Kopfverletzung. Dabei wird das Gehirn durch einen Schlag oder eine Erschütterung plötzlich so heftig bewegt, dass es von innen gegen die Schädelknochen schlägt. Die betroffenen Bereiche des Gehirns können dadurch kurzfristig ausfallen, wodurch die Bewusstlosigkeit hervorgerufen wird. Bei sehr starken Erschütterungen können unter der Schädeldecke Blutgefäße platzen und einen Bluterguss bilden. Wegen der Gefahr von Hirnblutungen muss jeder Patient mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zur Beobachtung in die Klinik.

Liegen keine schwereren Verletzungen vor, kann der Patient in der Regel nach kurzer Zeit entlassen werden. Die anschließende Behandlung zielt dann vor allem auf die Linderung der Symptome: Der Patient sollte sich schonen. Gegen Schmerzen und Übelkeit können Medikamente gegeben werden. „Sport und Fernsehen sollten in den ersten Tagen der Genesung vermieden werden“, erklärt Dr. Bergmann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: Sean Monks - Ärzte im Netz GmbH; www.psychiater-im-netz.de: Gehirnerschütterung: Schwindel und Übelkeit können auch Stunden später auftreten
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