Pflanzen mit Nebenwirkung

So mancher schwört bei bestimmten Beschwerden auf die Hilfe aus der Natur. Doch auch pflanzliche Präparate können ernste Nebenwirkungen haben.

Johanniskraut © Shutterstock
(Andernach – 02.09.2011) Bei Aufregung oder Anspannung greifen viele Menschen zu pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die es freiverkäuflich in jeder Apotheke oder Drogerie gibt. „Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings sollten auch diese Präparate nicht zur Dauerlösung werden“, erklärt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).

Beruhigende Pflanzen

Ob Hopfen, Melisse, Johanniskraut oder Baldrian: Vielen Pflanzen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. „Manche erzielen nur einen Placebo-Effekt, andere wirken tatsächlich“, sagt die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie aus Andernach. Die freiverkäuflichen Produkte seien in der Regel aber so niedrig dosiert, dass keine Probleme, wie akut einsetzende Nebenwirkungen zu erwarten seien.

Es kommt auf die Dauer an

Problematisch könne die Einnahme jedoch werden, wenn die Pflanzenwirkstoffe dauerhaft geschluckt werden. „Auch Naturprodukte können dann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen“, sagt Roth-Sackenheim. So ist zum Beispiel von Johanniskraut bekannt, dass es zu Leberschäden und einer gefährlichen Lichtempfindlichkeit führen kann.

Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten unbedingt ernst genommen werden: „Wer bereits regelmäßig andere Tabletten nimmt, sollte die zusätzliche Einnahme von pflanzlichen Präparaten unbedingt mit seinem Arzt absprechen“, rät Medizinerin Roth-Sackenheim. Auch wenn der Arzt wissen will, ob der Patient Medikamente einnimmt, sollten pflanzliche Präparate nicht unerwähnt bleiben. Johanniskraut kann sich beispielsweise negativ auf die Wirkung der Antibabypille auswirken. Generell sei es ratsam, pflanzliche Beruhigungsmittel ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als drei Wochen einzunehmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.09.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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