Soja: Wirkung umstritten

Sojapräparate gelten als Alternative zur Hormontherapie bei Wechseljahrbeschwerden. Studien zweifeln die Wirkung von Soja jetzt allerdings an.

Tablette auf dem Finger einer Frau © Shutterstock
(München – 17.08.2011) Sojapräparate werden als sanfte und gesunde Alternative zur Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Doch die verabreichten Sojatabletten helfen kaum, wie US-amerikanische Forscher jetzt in einer Studie an knapp 250 Frauen zwischen 45 und 60 Jahren zeigen. Die Untersuchungen erstreckten sich über fünf Jahre. Ob die Frauen täglich ein wirkungsloses Placebo erhielten oder eine Sojatablette einnahmen: Bezüglich der Symptome von Wechseljahrbeschwerden ließen sich so gut wie keine Unterschiede feststellen.

„In den ersten fünf Jahren der Menopause verhindern Soja-Isoflavon-Tabletten weder die Abnahme der Knochendichte noch andere typischen Wechseljahressymptome“, berichten die Forscher im Fachmagazin „Archives of Internal Medicine“.

Lediglich eine Linderung der Hitzewallungen

Die Frauen litten in beiden Versuchsgruppen gleichermaßen unter Schlafstörungen, trockener Scheidenschleimhaut, Stimmungsschwankungen und Schweißausbrüchen. Einzig bei den Hitzewallungen beobachteten die Wissenschaftler um Silvina Levis von der University of Miami eine leicht lindernde Wirkung durch die Sojapräparate. Sojaprodukte gelten vielfach als gesündere Alternative zur umstrittenen Hormontherapie. Die früher häufig zur Linderung der Beschwerden verschriebenen Östrogenpräparate hatten sich in mehreren großen Studien als krebsfördernd erwiesen. Sie werden heute nur noch in Ausnahmefällen angewendet. Jetzt jedoch habe sich jedoch gezeigt, dass die Einnahme von Sojatabletten keine wirkungsvolle Alternative sei, erklären die Forscher.

Ähnlich dem Östrogen

Sojabohnen enthalten Substanzen, die in ihrer chemischen Struktur dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähneln. Aus diesem Grund werden die sogenannten Isoflavone als pflanzliche Alternative zu einer Östrogentherapie gegen Wechseljahresbeschwerden oder Osteoporose gegeben. Eine sojareiche Kost soll auch der Grund dafür sein, dass asiatische Frauen nur selten unter menopausalen Problemen leiden.

Die Wirksamkeit der Isoflavone ist jedoch stark umstritten. In Deutschland sind Sojapräparate daher nur als Nahrungsergänzungsmittel, nicht als Arzneimittel zugelassen. Bisherige Studien brachten widersprüchliche Ergebnisse, genügten aber auch nicht immer den Kriterien objektiver Forschung. Unter anderem deshalb gaben die US-National Institutes of Health die jetzt veröffentlichte Untersuchung in Auftrag.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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