10 Anzeichen für Alzheimer

Welche Veränderungen sind im Alter normal und was spricht für eine Alzheimer-Erkrankung? Zehn Anzeichen, auf die Sie achten sollten.

Tochter umarmt Vater © Thinkstock
(Düsseldorf – 27.05.2016) Viele Menschen haben Angst, an Alzheimer zu erkranken. Aber wodurch unterscheiden sich normale altersbedingte Veränderungen von Alzheimer-Symptomen? Muss man sich schon Sorgen machen, wenn man mal den Autoschlüssel verlegt oder den Namen eines Bekannten vergisst? Zehn Symptome, die auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten können.

Anzeichen 1: Gedächtnislücken

Ein Anzeichen im Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung sind Veränderungen im Kurzzeitgedächtnis mit Auswirkungen auf das tägliche Leben. Diese Form der Vergesslichkeit zeigt sich zum Beispiel darin, dass die Betroffenen wichtige Termine vergessen, nicht daran denken, den Herd auszustellen, oder ihren Alltag nur noch mit Erinnerungsnotizen organisieren können.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Namen oder Verabredungen kurzfristig zu vergessen, sich später aber wieder daran zu erinnern.

Anzeichen 2: Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen

Betroffenen fällt es schwer, sich länger zu konzentrieren oder etwas vorausschauend zu planen und umzusetzen. Sie benötigen für viele Dinge mehr Zeit als zuvor. Probleme tauchen beispielsweise beim Kochen oder Backen nach altbekannten Rezepten, beim Umgang mit Zahlen oder beim Begleichen von Rechnungen auf.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Zerstreutheit, wenn viele Dinge gleichzeitig anstehen.

Anzeichen 3: Probleme mit gewohnten Tätigkeiten

Betroffene empfinden alltägliche Handlungen plötzlich als große Herausforderung. Routineaufgaben bei der Arbeit werden für sie zum Problem oder sie erinnern sich nicht mehr an die Regeln eines altbekannten Spiels.

Normale altersbedingte Veränderung:
Gelegentlicher Hilfebedarf beim Umgang mit anspruchsvollen Alltagsanforderungen – etwa dem Programmieren des Fernsehers.

Anzeichen 4: Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme

Oft leiden Alzheimer-Patienten an Orientierungsproblemen. Sie können Orte oder Zeitabstände nicht mehr einordnen. Sie vergessen zum Beispiel das Jahr und die Jahreszeit, können die Uhr nicht mehr lesen oder stehen in ihrer Straße und wissen nicht mehr, wo sie sind und wie sie nach Hause kommen.
 
Normale altersbedingte Veränderung:
Sich gelegentlich im Wochentag zu irren und es später zu merken.

Anzeichen 5: Wahrnehmungsstörungen

Viele Betroffene leiden unter Wahrnehmungsstörungen. Sie habe zum Beispiel große Mühe, Bilder zu erkennen und räumliche Dimensionen zu erfassen. Schwächen zeigen sich beispielsweise beim Erkennen von Farben und Kontrasten sowie Lesen oder Wiedererkennen von vertrauten Gesichtern.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Verändertes oder verringertes Sehvermögen – etwa aufgrund einer Linsentrübung.

Anzeichen 6: Neue Sprach- und Schreibschwäche

Vielen Erkrankten fällt es schwer, einer Unterhaltung zu folgen und aktiv an einem Gespräch teilzunehmen. Sie verlieren den Faden, benutzen unpassende Füllwörter oder haben Wortfindungsprobleme. Auch häufige Wiederholungen können ein Anzeichen sein.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Ab und zu nicht das richtige Wort zu finden.

Anzeichen 7: Verlegen von Gegenständen

Menschen mit Alzheimer lassen häufig Gegenstände liegen oder verlegen sie an ungewöhnliche Stellen. Sie vergessen nicht nur, wo die Sachen sind, sondern auch, wozu man sie benutzt. So werden beispielsweise die Schuhe in den Kühlschrank gelegt oder die Autoschlüssel in den Briefkasten.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Dinge hin und wieder zu verlegen und dann wiederzufinden.

Anzeichen 8: Eingeschränktes Urteilsvermögen

Oft verändert sich die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit – beispielsweise bei der Kleiderwahl (Pelzstiefel im Sommer), beim Umgang mit Geld oder bei der Körperpflege.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Eine unüberlegte oder schlechte Entscheidung zu treffen.

Anzeichen 9: Rückzug aus dem sozialen Leben

Viele Betroffene verlieren zunehmend ihre Eigeninitiative und gehen ihren Hobbies, sozialen oder sportlichen Aktivitäten immer weniger nach. Sie bemerken Veränderungen an sich, die sie verunsichern, und ziehen sich zurück.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Sich manchmal durch Anforderungen bei der Arbeit, in der Familie oder durch soziale Verpflichtungen beansprucht zu fühlen.

Anzeichen 10: Persönlichkeitsveränderungen

Starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund können Folge einer Alzheimer-Erkrankung sein. Auch ausgeprägte Persönlichkeitsveränderungen treten auf – etwa starkes Unbehagen in fremden Räumen, plötzliches Misstrauen, aggressives Verhalten oder Gefühle von Ohnmacht, Traurigkeit und Rastlosigkeit.  

Normale altersbedingte Veränderung:
Irritation, wenn geregelte Alltagsabläufe geändert oder unterbrochen werden.

Wann zum Arzt?

Wenn eines dieser Anzeichen wiederholt auftritt, sollte der Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, früh und professionell abzuklären, was der Auslöser der Vergesslichkeit ist, um mögliche Ursachen zu behandeln. Im Fall einer Alzheimer-Erkrankung sollte möglichst frühzeitig mit einer Therapie begonnen werden. Denn die Medikamente, die den Verlauf verzögern können, wirken am besten zu Beginn der Krankheit.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.05.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Alzheimer Forschung Initiative: Alzheimer-Früherkennung: Zehn Zeichen, auf die Sie achten sollten
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