Corona: Digitale Hilfen und Tipps für Menschen mit Depression

Für Menschen mit einer Depression ist die aktuelle Situation besonders schwierig. Hier finden Sie Tipps für den Alltag und weitere digitale Hilfen und Angebote.

Verzweifelte Frau vor Laptop © iStock
(Leipzig – 09.04.2020) Die mit dem Coronavirus verbundenen Ängste und Einschränkungen stellen für an Depression erkrankte Menschen große Herausforderungen dar. „In einer Depression wird alles Negative im Leben vergrößert wahrgenommen und ins Zentrum gerückt, so auch die Sorgen und Ängste wegen des Coronavirus. Betroffene können jedoch gegensteuern“, sagt Prof. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Inhaber der Senckenberg-Professur an der Goethe-Universität Frankfurt/M.

Tipps für den Alltag in Zeiten von Corona: Bewegung, Schlafhygiene und Gespräche

Betroffenen sollten sich nun ablenken, aktiv bleiben und das Gespräch mit Freunden und Familie suchen. „Tauschen Sie sich aus - am besten nicht nur über Coronavirus, sondern auch über andere Themen. Auch Bewegung in, und falls man nicht unter Quarantäne steht, außerhalb der Wohnung ist zu empfehlen. Sehr wichtig ist, die Bettzeit nicht zu verlängern, da bei vielen Betroffenen eine längere Liegedauer und auch längerer Schlaf nicht zu einem Abbau, sondern einer Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Depressionsschwere führen. Hilfreich ist es, sich aufzuraffen, und einen detaillierten Tages- und Wochenplan zu machen“, sagt Prof. Ulrich Hegerl.

Hilfe bei Depressionen: Online-Programm für einen strukturierten Alltag

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet ein internetbasiertes, kostenfreies Selbstmanagement-Programm für Menschen ab 15 Jahren mit leichteren Depressionsformen. Es unterstützt Betroffene beim eigenständigen Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für den Alltag. Durch Übungen lernen sie zum Beispiel, den Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen.

Normalerweise setzt das eine Begleitung durch einen Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten voraus – denn Studien belegen, dass Online-Programme dann besonders wirksam sind. Da viele Patienten durch das Coronavirus zuhause bleiben müssen und Hausärzte an ihre Belastungsgrenzen stoßen, ist das Programm nun für sechs Wochen auch ohne Begleitung zugänglich. „Wir wollen Patienten unterstützen, den Alltag in häuslicher Isolation gut zu meistern“, sagt Prof. Hegerl.

Das Programm ist derzeit in zwölf Sprachen verfügbar (deutsch, englisch, italienisch, estnisch, ungarisch, griechisch, norwegisch, spanisch, katalanisch, baskisch, albanisch, arabisch). Betroffene können sich formlos über eine E-Mail-Adresse für das Programm anmelden und werden innerhalb von 24 Stunden freigeschalten.

Weitere Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen

  • Falls es nicht möglich ist, zur Therapie zu gehen, bieten viele Psychotherapeuten inzwischen Video-Sprechstunden an.
  • Kostenfreie Telefonseelsorge 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 
  • Fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch unter www.diskussionsforum-depression.de
  • Kostenfreies deutschlandweites Info-Telefon Depression 0800 33 44 5 33 
  • E-Mail-Beratung für junge Menschen: www.u25-deutschland.de oder www.jugendnotmail.de

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Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.04.2020
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe vom 18.03.2020: Corona: Digitale Hilfen und Tipps für Menschen mit Depression
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