Die Arbeit Arbeit sein lassen – Stress kann ansteckend sein

„Nimm die Arbeit nicht mit nach Hause!“ – dieser gute Rat ist jetzt wissenschaftlich belegt. Neue Studienergebnisse zeigen, dass Stress am Arbeitsplatz auf den Partner übertragen werden kann.

Paar diskutiert. © iStock
(Essen – 02.07.2018) Stress am Arbeitsplatz wirkt sich häufig auch negativ auf die Beziehung, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Partners aus. Das fanden Wissenschaftler der Griffith University in Queensland, Australien heraus.

Ergebnis: Stressübertragung

„Mit unserer Studie konnten wir herausfinden, dass die Übertragung von Stress wirklich stattfindet und die Beziehung darunter leidet. Dabei ist es unerheblich, ob die Paare bereits Kinder haben oder kinderlos sind", sagt Professor Paula Brough vom Lehrstuhl für Organisationspsychologie der Griffith University in Australien. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen Stressübertragung.

Stress am Arbeitsplatz: der Partner leidet mit

Alle Studienteilnehmer arbeiteten Vollzeit. Die Ergebnisse waren Teil einer größeren Studie, die untersuchte, wie Angestellte Stress durch Mobbing am Arbeitsplatz bewältigen.  

„Stressauslöser kann das Arbeitsumfeld sein, der Vorgesetzte oder Mitarbeiter. Es kommt immer wieder vor, dass sich der Stress eines Kollegen auf Sie auswirkt und Ihre Leistung beeinflusst. Uns ist bewusst, dass manche Stressfaktoren von der Familie oder von außerhalb des Berufsumfelds kommen, aber wir haben uns explizit angesehen, zu welchem Anteil der Arbeitsstress vom Partner in die Beziehung übertragen wird.", sagt Professor Brough. Die Studie belegte eindeutige Fälle, in denen der Stressfaktor „Arbeit" so groß war, um dem Ehepartner davon zu berichten. Die Auswirkung auf den Partner waren: Seine Gesundheit und sein allgemeines Wohlbefinden an seinem Arbeitsplatz wurden geschwächt. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer berichtete von signifikanten Einflüssen auf ihre Beziehung.

Work-Life-Balance mit klaren Regeln

Eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben hilft, arbeitsbedingten Stress vom Partner fernzuhalten. Die Forschungsergebnisse zeigen auch, wie wichtig eine Work-Life-Balance mit klaren Regeln ist. Das richtige Maß an Arbeit und Entspannung kann verhindern, dass die Arbeit psychisch krank macht und der Partner vom Stress angesteckt wird – was wiederum seine Gesundheit und zusätzlich die Beziehung belastet. „Gute Arbeitgeber erkennen die Wichtigkeit, ihre Angestellten beim Übergang zwischen verschiedenen Lebensabschnitten zu unterstützen, sei es beispielsweise nach der Geburt eines Kindes oder bei der Pflege eines kranken Angehörigen.", sagt Professor Brough.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.07.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung des Australisch-Neuseeländischen Hochschulverbands vom 15.06.2018: Stress kann ansteckend sein.
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