Stress am Arbeitsplatz: 87 Prozent leiden darunter

Fast neun von zehn Deutschen sind gestresst, jeder Zweite glaubt, von Burn-out bedroht zu sein und sechs von zehn Befragten klagen gelegentlich über typische Burn-out-Symptome. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage.

Mann gestresst. © iStock
(Leverkusen – 23.05.2018) Um zu ermitteln, wie hoch das Stresslevel der Deutschen am Arbeitsplatz ist, befragte die pronova BKK – ein Zusammenschluss aus verschiedenen Betriebskrankenkassen – bundesweit 1.650 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018“.

Die Studienergebnisse

Die Studie ergab, dass fast neun von zehn Deutschen von ihrer Arbeit gestresst sind. Außerdem leiden mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer hin und wieder unter Burn-out Symptomen, wie Rückenschmerzen, anhaltende Müdigkeit, innere Anspannung, Lustlosigkeit oder Schlafstörungen. 50 Prozent der Beschäftigten sehen für sich ein mäßiges bis hohes Burnout-Risiko. Jeder siebte hat die Sorge, vollkommen auszubrennen.

Zeitdruck und emotionaler Stress am Arbeitsplatz

Als Ursachen für das Gefühl der völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung, nannten die Studienteilnehmer vor allem den ständigen Termindruck, emotionalen Stress durch Kunden oder Patienten, Überstunden und schlechtes Arbeitsklima.  „Die meisten Berufstätigen fühlen sich von Abgabeterminen, Chef- und Kundenwünschen unter Druck gesetzt.", sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK. „Wenn keine realen Gründe für extremen Zeitdruck existieren, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aktiv Grenzen setzen.", rät er. Oft gehen nach einer Pause die anstehenden Aufgaben wieder leichter von der Hand.

Viele Berufstätigen arbeiten trotz psychischer Beschwerden

Die Studie zeigt auch, dass 35 Prozent der Befragten trotz psychischer Beschwerden, wie emotionaler Belastung oder Depression, zur Arbeit gehen. Das sind mehr Menschen, als die, die trotz Grippe, einem gebrochenen Arm oder einer Bänderdehnung arbeiten.

Die Digitalisierung stresst zusätzlich

Auch die ständige Erreichbarkeit stresst jeden Vierten.  Dieser Faktor hat allerdings im Vergleich zum Jahr 2016 um fünf Prozentpunkte abgenommen. „Wir gewöhnen uns daran, bewusste Medien-Auszeiten zu schaffen und abseits des Büros nicht zu oft auf E-Mails und Handy zu achten", sagt Lutz Kaiser. „Dafür tauchen neue, eher subtilere Folgen der Digitalisierung im Beruf auf. Die Beschäftigten sorgen sich, mit neuen Technologien nicht umgehen zu können und von Robotern oder Computern ersetzt zu werden. Das erhöht den Stress und damit das Burn-out-Risiko.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressmitteilung der pronova BKK vom 10. April 2018: Studie: 87 Prozent der Menschen in Deutschland sind gestresst.
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