Der Einfluss der Ernährung auf Multipler Sklerose

Kann die Ernährung den Verlauf einer Multiplen Sklerose beeinflussen? Das haben amerikanische Wissenschaftler jetzt untersucht.

Frau isst Salat © iStock
(Bonn – 10.01.2018) Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn kann den Verlauf einer Multiplen Sklerose möglicherweise günstig beeinflussen. Betroffene entwickeln offenbar weniger Beschwerden und sind in ihrem Alltag nicht so stark beeinträchtigt – so lautet das Fazit einer Studie der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore, an der knapp 7.000 Menschen mit Multiple Sklerose (MS) beteiligt waren. Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die meist bei jungen Menschen zwischen dem  20. und 40. Lebensjahr erstmals auftritt. Die Entzündungen werden durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden der Nerven verursacht. Die Folgen reichen von Sehstörungen bis hin zu allgemeiner Schwäche, Müdigkeit, Depression und Lähmungen.

Angaben zu Ernährung, Lebensstil und Krankheitsverlauf

Für die Untersuchung machten die MS-Patienten in Fragebögen Angaben zu ihrer Ernährung. Per Definition ernährten sich die Probanden gesund, wenn sie viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, aber wenig zuckerhaltige Süßspeisen und Erfrischungsgetränke, rotes und verarbeitetes Fleisch konsumierten. Außerdem beurteilten die US-amerikanischen Wissenschaftler, ob der Lebensstil insgesamt gesund war. Dafür wurden neben der Ernährung weitere Umstände wie ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige körperliche Aktivität und Nichtrauchen berücksichtigt. Zudem gaben die Studienteilnehmer zu Protokoll, ob im vergangenen halben Jahr MS-Symptome erneut aufgetreten oder kontinuierlich schlechter geworden waren. Sie sollten einschätzen, wie schwer sie sich dadurch beeinträchtigt gefühlt haben.

Weniger Beeinträchtigungen durch die Multiple Sklerose

Bei Patienten mit einer besonders gesunden Ernährungsweise kam es mit einer um 20 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit zu starken Beeinträchtigungen durch die Krankheit als bei Probanden, die sich ungesund ernährten. Das Ergebnis war unabhängig von Alter und Krankheitsdauer.  

Das Risiko für eine Depression ließ sich mit einer gesunden Ernährung ähnlich stark verringern. MS-Patienten mit einem allgemein gesunden Lebensstil litten seltener an starker Müdigkeit, Schmerzen und Depression. Allerdings lässt sich laut der Studienautoren mit diesem Studiendesign kein kausaler Zusammenhang nachweisen. Es wäre möglich, dass die gesunde Ernährung über Darmflora und Immunsystem den Krankheitsverlauf lindert. Allerdings können weitere Faktoren wie Rauchen und die Genetik eine Rolle spielen. Daher sind Langzeitstudien notwendig, um die Resultate zu untermauern und die Hintergründe zu erforschen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.01.2018
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (Heike Kreutz): Multiple Sklerose. Hat Ernährung Einfluss auf den Verlauf?