Angst vor dem Zahnarzt

Vielen macht der Zahnarztbesuch Angst. Eine Studie zeigt, welche nicht-medikamentösen Maßnahmen diese Angst lindern können.

Zahnarzt mit Geräten © iStock
(Jena – 19.12.2017) Der Empfang am Tresen ist überaus freundlich, das Wartezimmer hell und nicht voll – doch schon, wenn das Arbeitsgerät zu hören ist, und spätestens, nachdem man sich auf den Zahnarztstuhl gesetzt hat, ist die Angst bei vielen da. Für rund jeden vierten Erwachsenen ist der Gang zum Zahnarzt mit psychischem Stress und Angst verbunden. Bei etwa vier Prozent steigert sich das bis hin zu einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie. Mit verschiedenen nicht-medikamentösen Maßnahmen wird versucht, den Patienten diese Angst zu nehmen, um ihnen eine entspannte und möglichst stressfreie Zahnbehandlung zu ermöglichen.

In einer Metastudie untersuchten Wissenschaftler des Uniklinikums Jena jetzt die Wirksamkeit einiger dieser Maßnahmen gegen psychische Belastung und Angst bei Zahnbehandlungen. In der Auswertung von insgesamt 29 Studien mit insgesamt knapp 3000 Probanden kamen sie zu dem Ergebnis, dass ausführliche Information, Musik, Entspannung und Ablenkung gegen leichte bis mittlere Zahnarztangst wirken. Hypnose erwies sich als am wirksamsten.

Hypnose am wirksamsten gegen Zahnarztangst

„In den Studien wurde die Wirkung von Maßnahmen wie Musikhören, Entspannungsübungen, Ablenkung, Hypnose oder ausführlicher Information vor und während der Behandlung bei zum Beispiel größeren Zahnfüllungen, Wurzelbehandlungen, dem Ziehen von Weisheitszähnen und der Implantatchirurgie untersucht“, sagt die Zahnärztin Sophia Burghardt, die die Studienergebnisse für ihre Doktorarbeit auswertete.

Das Ergebnis bestätigt die Wirksamkeit dieser Ansätze, den Patienten die Angst zu nehmen: „Wir waren überrascht, dass nahezu alle Interventionen wirksam waren, um die psychische Belastung zu verringern – ein Großteil der Patienten berichtete von einem Nachlassen der Angst. Die mit Abstand besten Ergebnisse zeigten sich beim Einsatz von Hypnose“, so die Psychologin PD Dr. Jenny Rosendahl, die die Metastudie leitete. Damit sieht sie das Ergebnis einer früheren Arbeit zur Wirksamkeit von Hypnose bei chirurgischen Eingriffen bestätigt. „Eine schmerzlindernde Wirkung der untersuchten Maßnahmen ließ sich aber nicht nachweisen. Das liegt sicher auch daran, dass die meisten Zahnbehandlungen ohnehin unter Lokalanästhesie durchgeführt wurden“, erklärt Rosendahl.

Wirksame Maßnahmen ohne großen Aufwand

Mit ihrem Ergebnis wollen die Studienautoren Zahnmediziner bestärken, zusätzlich zur Standardbehandlung auch nicht-medikamentöse Maßnahmen für angespannte und ängstliche Patienten einzusetzen. „Schon ablenkende Bilder oder Musik kann die Angst der Patienten verringern. Und der Aufwand für Hypnose muss auch nicht groß sein – in den untersuchten Studien kamen die Anweisungen hierfür vom Band“, so die Psychologin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Jena: Was hilft gegen Angst auf dem Zahnarztstuhl?
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