Laufen dank Schrittmacher?

Viele Patienten können nach einem Schlaganfall nicht mehr richtig laufen. Ein Hirnschrittmacher könnte Betroffenen helfen.

Tochter hilft Seniorin © iStock
(Duisburg/Essen – 11.12.2017) Nach einem Schlaganfall können viele nicht mehr richtig gehen oder stehen, weil sie unter Lähmungen und Koordinationsstörungen leiden. „Obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten in der Frühphase eines Schlaganfalls in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, kann rund ein Drittel der Patienten nach einem Jahr immer noch nicht selbstständig gehen. Es gibt leider auch noch keine Medikamente, um diesen Heilungsprozess zu beschleunigen“, erklärt Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

Mithilfe eines Hirnschrittmachers können solche Lähmungen rückgängig gemacht werden, wie Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universitätskliniken Essen und Würzburg zeigen. „Im Versuchsstadium mit Tieren zeigte sich bereits, dass es dank eines Hirnschrittmachers möglich ist, gelähmte Glieder nach einem Schlaganfall wieder beweglich zu bekommen. Das ist ein wichtiger Etappensieg, der sich hoffentlich auch bald in den klinischen Alltag übertragen lässt“, sagt Kleinschnitz.

Hirnschrittmacher regt Hirnregion an, die Bewegungen steuert

Ein Hirnschrittmacher gibt über eine speziell in das Gehirn implantierte Elektrode elektrische Impulse an das Gewebe ab. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die so angeregte Region im Hirnstamm, die die Bewegungen steuert, dafür sorgt, dass sich die betroffenen Ratten wieder bewegen konnten. „Wir waren überrascht, wie deutlich sich das Gangbild der behandelten Tiere verbesserte. Ihre Schritte waren fast normal lang und schnell. Außerdem machten sie weniger Fehler bei komplexen Gehtests“, sagt Kleinschnitz.

Bei Parkinsonpatienten kommt das Verfahren bereits zum Einsatz

Bei Parkinsonpatienten gehört das Einsetzen eines Hirnschrittmachers bereits zu den gängigen Verfahren. Die Forscher hoffen nun, diese Methode zukünftig auch bei bestimmten Schlaganfallpatienten anwenden zu können. Dazu ist es jedoch nötig, noch genauer herausfinden, welche speziellen Nervenzellen im Hirnstamm stimuliert werden müssen und wie die Langzeitwirkung dieses Verfahrens ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen: Wieder Laufen dank Hirnschrittmacher?
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