Alzheimer-Irrtümer

Alzheimer ist eine Krankheit, die viele Menschen verunsichert – und zu der es viele Vorurteile gibt. Hier finden Sie Antworten zu fünf davon.

(Düsseldorf – 16.06.2017) Im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit herrscht bei vielen Menschen Verunsicherung und es gibt zahlreiche Vorurteile: Kann ich mich bei einem Alzheimerpatienten anstecken? Bekomme ich Alzheimer, wenn ich Aluminium zu mir nehme? Hier finden Sie Antworten zu den fünf häufigsten Alzheimer-Vorurteilen.

Irrtum 1: Alzheimer ist ansteckend

Es fehlt bislang jeder wissenschaftliche Nachweis, dass die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend ist. Demnach ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Alzheimerpatienten oder in der Pflege nötig. Unter Laborbedingungen ist es hingegen möglich, Alzheimer zu übertragen. Das zeigen Versuche mit genetisch veränderten Mäusen. Diese Ergebnisse sind aber nicht auf den Menschen anwendbar und dienen dazu, die Ausbreitung der Erkrankung im Gehirn zu erforschen. Menschen mit Alzheimer sind also nicht ansteckend.

Irrtum 2: Die Alzheimer-Krankheit und Demenz sind das Gleiche

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und kann sinngemäß mit „ohne Geist“ übersetzt werden. Über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung werden darunter zusammengefasst. Demenz ist also ein Überbegriff und nicht gleichzusetzen mit Alzheimer. Genauer gesagt: Alzheimer ist mit rund zwei Dritteln aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Weitere Demenzformen sind zum Beispiel die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz und die frontotemporale Demenz.

Irrtum 3: Die Aufnahme von Aluminium führt zu Alzheimer

Das Interesse an einem möglichen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Aluminium entstand, als bei Autopsien der Gehirne von verstorbenen Alzheimerpatienten erhöhte Aluminiumkonzentrationen festgestellt wurden. Diese Forschungsergebnisse sagen jedoch nichts über ein Verhältnis von Ursache und Wirkung aus und können möglicherweise mit einer zunehmenden Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke bei Alzheimerpatienten erklärt werden. Fakt ist: Ein kausaler Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten der Alzheimer-Krankheit konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden. Auch epidemiologische Studien zeigen keine Hinweise auf eine Verbindung von Aluminium und Alzheimer.

Irrtum 4: Alzheimerpatienten sterben, weil sie vergessen zu atmen

Menschen mit Alzheimer vergessen nicht zu atmen. Sie sterben auch nicht unmittelbar an der Alzheimer-Krankheit, sondern an Begleitsymptomen. Im letzten Stadium der Krankheit sind die Betroffenen rund um die Uhr pflegebedürftig. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimerpatienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Die Begleiterkrankungen sind es, die schließlich zum Tod führen.

Irrtum 5: Alzheimer ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Alterserscheinung

Diese Behauptung wurde immer wieder in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen aufgestellt. Mittlerweile ist es jedoch möglich, durch bildgebende Verfahren die für die Alzheimer-Krankheit charakteristischen Eiweiß-Ablagerungen aus Beta-Amyloid und Tau im lebenden Organismus sichtbar zu machen, wodurch sich dieses Vorurteil widerlegen lässt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.06.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Alzheimer Forschung Initiative: Ist Alzheimer wirklich ansteckend? – Fünf Vorurteile über die Alzheimer-Krankheit
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