Immer wieder Schwindel

Wer wiederholt unter anfallartigem Schwindel leidet, sollte diesen vom Arzt abklären lassen – und ein Schwindel-Tagebuch führen.

Frau ist schwindelig © iStock
(Neumünster – 15.05.2017) Menschen, die unter anfallartigem Schwindel leiden, sollten sich nach dem Auftreten eines Anfalls Notizen machen – also ein Schwindel-Tagebuch führen – und baldmöglichst einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. „Schwindel ist ein Symptom, das unterschiedliche Ursachen haben kann. Protokollieren Patienten die Art, Dauer und Intensität des Schwindels, den Zeitpunkt, mögliche Auslöser sowie Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Hörbeeinträchtigungen, so kann das dem HNO-Arzt hilfreiche Hinweise für die Diagnosestellung geben. Aus einem solchen Tagebuch kann er den Verlauf des Schwindels auch nach zwei oder drei Wochen gut nachvollziehen und unter Umständen charakteristische Muster und Verlaufsformen erkennen“, erklärt Prof. Dr. Leif Erik Walther vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Besonders häufig: der gutartige Lagerungsschwindel

Am häufigsten kommt der gutartige Lagerungsschwindel vor. Bei dieser Erkrankung gelangen sogenannte Otokonien – also Kalziumkarbonat-Kristalle aus den Schwerkraftrezeptoren – in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans und rufen bei Kopf- und Körperlageänderungen einen heftigen Drehschwindel hervor. Bei einer weiteren Erkrankung, dem Morbus Menière, treten attackenartige Schwindelanfälle unvermittelt auf, dauern jedoch länger. „In allen Fällen mit wiederholtem anfallartigem Schwindel ist es ratsam, einen HNO-Arzt aufzusuchen“, so der HNO-Arzt. „Wir sind heute in der Lage, die Rezeptoren unseres Gleichgewichtsorgans bis ins Detail untersuchen zu können. Dabei sind moderne Methoden hilfreich, die erst in den letzten Jahren entwickelt worden sind.“

Frühzeitig behandeln, um organische und psychische Folgen zu verhindern

Wichtig ist, durch eine gezielte Befragung und Untersuchung wiederkehrende Schwindelanfälle frühzeitig abzuklären und einen Behandlungsansatz zu finden. „So können in der Regel nicht nur organische Folgeschäden verhindert werden, sondern es kann auch psychischen Folgezuständen frühzeitig vorgebeugt werden. Denn im Laufe der Zeit entwickelt sich eine Angst, dass solche Ereignisse wiederkehren, die den Patienten in seiner Lebensqualität stark beeinträchtigt“, sagt der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.05.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (www.hno-aerzte-im-netz.de): Wiederholten Schwindel abklären lassen – Schwindel-Tagebuch erleichtert Ursachenklärung
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