Sport bei Berufsstress

Wer Stress im Job hat, kann sich oft nicht mehr zum Sport aufraffen. Doch eine Studie zeigt: Fit zu sein schützt vor Gesundheitsrisiken durch Berufsstress.

Frau beim Sport © iStock
(Basel – 23.01.2017) Dass Fitness und Wohlbefinden miteinander einhergehen, ist bekannt. Doch körperlich fit zu sein, bietet auch Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wenn man sich durch Stress bei der Arbeit besonders belastet fühlt. Wie Sportwissenschaftler der Universität Basel und Kollegen aus Schweden herausgefunden haben, lohnt es sich gerade bei hoher Stressbelastung, körperlich aktiv zu bleiben.

Psychosozialer Stress ist einer der wichtigsten Faktoren, die bei Berufstätigen zu krankheitsbedingten Fehltagen führen. Diese Art von Stress wird von einem eingeschränkten seelischen Wohlbefinden und erhöhten depressiven Symptomen begleitet. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Risikofaktoren wie hoher Blutdruck und ungünstige Blutfettwerte. Umgekehrt ist eine gute Fitness mit weniger depressiven Symptomen und weniger kardiovaskulären Risikofaktoren verbunden.

Fitness, Risikofaktoren und Stressempfinden

Die Daten der Studie zeigen, dass eine hohe Fitness vor allem dann Schutz bietet, wenn berufstätige Personen bei der Arbeit ein hohes Maß an Stress wahrnehmen. Dafür nahmen die Forscher die Fitness von knapp 200 schwedischen Arbeitnehmern – 51 Prozent Männer, Durchschnittsalter 39 Jahre – mithilfe eines sogenannten Fahrradergometertests auf. Zudem erfassten sie verschiedene bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck, Body-Mass-Index, Cholesterol, Triglyceride und Glykohämoglobin. Die Teilnehmer wurden außerdem gebeten, über ihr aktuelles Stressempfinden Auskunft zu geben.

Die Studie des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit (DSBG) der Universität Basel, des Institute of Stress Medicine sowie des Sahlgrenska University Hospital in Göteborg verdeutlicht, dass gestresste Personen in den meisten kardiovaskulären Risikofaktoren höhere Werte aufweisen. Auch konnte die Studie bestätigen, dass die kardiovaskuläre Fitness mit nahezu allen Risikofaktoren in Verbindung steht, wobei die Risikofaktoren bei körperlich Fitten weniger hoch ausgeprägt sind.

Bei Stress besonders große Unterschiede bei den Werten

Erstmals haben nun die Forscher nachgewiesen, dass der Zusammenhang zwischen subjektiver Stresswahrnehmung und kardiovaskulären Risikofaktoren durch die Fitness sozusagen moderiert wird. Mit anderen Worten: Bei den gestressten Mitarbeitern waren die Unterschiede zwischen Personen mit hohem, mittlerem und niedrigem Fitnessniveau besonders hoch ausgeprägt.

So übersteigen beispielsweise bei hoher Stressbelastung die LDL-Cholesterol-Werte den klinisch relevanten Grenzwert, wenn Arbeitnehmer ein niedriges Fitnessniveau aufweisen – nicht aber bei Personen mit hoher Fitness. Bei geringer Stressbelastung wurden dagegen weitaus geringere Differenzen zwischen den Fitnessniveaus beobachtet.

„Diese Befunde sind vor allem deshalb wichtig, weil Menschen gerade bei Stress dazu neigen, sich weniger häufig körperlich aktiv zu betätigen“, sagt Prof. Dr. Markus Gerber von der Abteilung Sport und Psychosoziale Gesundheit des DSBG der Universität Basel.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Basel: Fit zu sein schützt vor Gesundheitsrisiken durch Berufsstress
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