Migräne und Menstruation

Oft leiden Frauen mit Migräne während ihrer Periode unter Kopfschmerzattacken. Worauf dann bei einer hormonellen Verhütung zu achten ist.

Frau liegt mit Kopfschmerzen im Bett © Thinkstock
(München – 05.09.2016) Bei vielen Frauen, die unter Migräne leiden, beginnen die Kopfschmerzphasen kurz vor der Menstruation und enden, wenn die Blutung wieder abklingt. „Es wird angenommen, dass der Abfall weiblicher Hormone im Blut am Zyklusende diese Migräneattacken auslöst“, erklärt der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte Dr. Christian Albring anlässlich des heutigen Kopfschmerztags.

Mehrere Fakten bei hormoneller Verhütung wichtig

Der erste Schritt, um ein wirksames Konzept für die Behandlung zu entwickeln, ist es, überhaupt den Zusammenhang mit der Menstruation zu erkennen. Denn bei dieser Migräneform helfen viele der üblicherweise verwendeten Migränearzneimittel wie Magnesium oder Betablocker nicht. „Wenn eine hormonelle Verhütung gewünscht wird, sind mehrere Fakten zu beachten“, so der Frauenarzt. „Starke hormonelle Kombinationsmittel mit Östrogenen und Gestagenen und eine Einnahmepause nach drei Wochen könnten die Kopfschmerzsymptomatik verstärken. Deshalb muss das Verhütungsmittel niedrig dosiert sein, damit der Hormonabfall nicht so stark ist – oder im Langzyklus durchgenommen werden. Oder es sollte nur ein Gestagen enthalten.“ Langzyklus bedeutet, dass das Verhütungsmittel bis zu sechs Monate ohne Pillenpause eingenommen wird. Der Abfall der Hormone in der Pillenpause fällt in dieser Zeit aus, sodass auch die Migräneattacken deutlich schwächer werden oder ganz aufhören.

Bei Migräne mit Aura Pille ohne Östrogene wählen

Wer unter Migräne mit Aura leidet, hat ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel würden das Risiko deutlich erhöhen, sodass besser eine Verhütungsmethode ohne Östrogenanteil gewählt werden sollte.

Durch Rauchstopp seltener Kopfschmerzattacken

„Ein sehr wichtiger Aspekt bei der Bekämpfung der Kopfschmerzen ist auch der Rauchstopp“, sagt Dr. Albring. „Wir sehen immer wieder Frauen mit zyklischen Kopfschmerzen, die gleichzeitig Raucherinnen sind. Erstens sollte den Frauen klar sein, dass sie dadurch ihr Risiko für Schlaganfälle sehr deutlich erhöhen. Zweitens wird häufig beobachtet, dass die Kopfschmerzattacken seltener werden, wenn mit dem Rauchen Schluss ist.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.09.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Frauenärzte: Nationaler Kopfschmerztag – wie verhüten bei Migräne?
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